Lösung für Pensionisten bis 1. September

20. August 2008, 18:46
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Geldzustellungsstopp nach Überfällen - Krisengipfel

Wien - Die Post hat seit Montag die Geldlieferungen an jene 25. Wiener Pensionisten eingestellt, die ihre Pension vom Briefträger bringen lassen, weil sie kein Bankkonto haben. Der Grund: Die Raubüberfälle auf die Postler haben stark zugenommen, die Zustellungen wurden gestoppt, nachdem in der Vorwoche abermals zwei Briefträger in der Bundeshauptstadt beraubt worden waren.

Die Post verspricht nun "eine Lösung für Pensionisten bis 1. September, wenn die nächsten Zahlungen anstehen", sagt Unternehmenssprecher Siegried Grobmann auf Anfrage des Standard. Worum es sich dabei genau handeln soll - Zustellung mit Fahrzeugen, mehr Security als Begleitung oder anderes -, soll sich heute, Donnerstag, entscheiden, wenn die Post zu einer Besprechung ("Sicherheitsgipfel") zwischen Vorstand, Personalvertretung, Polizei, PSK, dem Pensionsversicherungsverband (PVA) und dem Dachverband der Wiener Sozialeinrichtungen geladen hat. Inzwischen wurde aber auch eine Telefonhotline eingerichtet, unter der Nummer 0800/20 19 18 (Ortstarif) kümmere sich "Post-Ombudsmann Peter Zich persönlich" um die Anliegen der Pensionisten, so Grobmann.

Der Sprecher weist aber darauf hin, dass es bereits jetzt die Möglichkeit gebe, die Pensionen von der Postfiliale abzuholen oder eine Vertrauensperson mit einer "Post-Vollmacht" auszustatten, damit diese das Geld entgegennehme. Was bettlägrigen oder gebrechlichen Personen angeboten werden könnte, die niemanden hätten, der ihnen die Abholung erledige, soll beim Gipfel besprochen werden.

Schuldzuweisungen

Die Causa wurde auch sofort zum Politikum: Seniorenbund (schwarz) und dem Pensionistenverband (rot) kritisierten die Post unisono, VP und SP beschuldigten sich gegenseitig, am Anstieg der Kriminalität gegen Briefträger schuld zu sein.

Laut Polizei seien Zusteller durch ihre Uniform und die hohe Summe an Bargeld, die sie mitunter mit sich haben, gefährdeter Private, heißt es seitens der Polizei.

Zehnmal wurden Zusteller laut Post heuer bereits Opfer, genauso viele Übergriffe habe es im gesamten Vorjahr gegeben. Der Großteil findet in Wien statt. Alleine in den vergangenen sechs Wochen habe es fünf Überfälle gegeben, so die Kriminaldirektion 1. Der "Überfall-Modus" sei außerdem brutaler geworden. (szem, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 21.8.2008)

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