Eine Chronik der Ereignisse

20. August 2008, 19:27
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Von Alexander Dubčeks Ernennung vom KP-Chef im Jänner 1968 über das Ende des Prager Frühlings bis zu seinem Ausschluss aus der Partei

  • 5. Jänner 1968: Nachdem liberale Kräfte in der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei (ÈSSR) immer mehr Auftrieb gewonnen hatten, wird am 5. Jänner Alexander Dubček zum neuen Generalsekretär der Partei ernannt. Dubèek war bis dahin an der Spitze der slowakischen Kommunisten.
  • 14. März: Das Präsidium der Partei kündigt die Demokratisierung des Landes an.
  • 5. April: Das Zentralkomitee der Partei gewährt zentrale Bürgerrechte, darunter auch die Meinungsfreiheit. Die Zensur wird gelockert. Die Maßnahmen gehen als "Prager Frühling" in die Geschichtsbücher ein. Die Prager Führung beteuert ihre Loyalität zu Moskau. Aber in der Sowjetunion wachsen die Zweifel.
  • 22. Juli: Die Regierungschefs der UdSSR, Polens, Ungarns, Bulgariens und der DDR beraten in Warschau. Sie verfassen einen Brief an die Führung in Prag mit heftigen Vorwürfen.
  • 19. August: Das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei in der Sowjetunion tritt in Moskau zusammen, in der ein Invasionsbeschluss gebilligt wird.
  • 21. August: In der Nacht vom 20. auf den 21. August beginnt die Invasion der Tschechoslowakei durch Streitkräfte der Warschauer-Pakt-Staaten. Angeblich folgten sie einem Hilferuf führender Persönlichkeiten der ÈSSR. Kurze Zeit später stehen Panzer in Bratislava und Prag. Hunderttausende gehen auf die Straße. Rund 100 Menschen werden beim Einmarsch getötet.
  • 23. August: Politiker der ÈSSR treffen zu Gesprächen mit der Führung in Moskau ein. Auch Dubèek, der verhaftet wurde, nimmt teil. Die Gespräche führen zum "Moskauer Protokoll" zur Rücknahme der Reformen und zum Abkommen über die Stationierung sowjetischer Soldaten in der ÈSSR.
  • 7. November: Die Proteste gehen weiter. Studenten besetzen im November die Prager Universität.
  • 19. Jänner 1969: Jan Palac zündet sich aus Protest gegen den Einmarsch an. Er stirbt zwei Tage später.
  • 17. April 1969: Dubček muss als Parteichef zurücktreten. Er wird als Botschafter in die Türkei geschickt. 1970 wird er aus der Partei ausgeschlossen.
  • (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 21.8.2008)

    • Proteste nach dem Einmarsch am 21. August in Prag.
      foto: koudelka
      Foto: Koudelka

      Proteste nach dem Einmarsch am 21. August in Prag.

    • Hoffnungsträger für die Reformer: Alexander Dubèek.
      foto: newald
      Foto: Newald

      Hoffnungsträger für die Reformer: Alexander Dubèek.

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