Wahlkampf mit großer schwarzer Familie

20. August 2008, 17:42
52 Postings

Molterer bittet Merkel vor der Nationalratswahl nach Wien - Mit seinen deutschen Kollegen diskutierte er in Berlin über die Wahlkampfthemen

Kaum war Vizekanzler Wilhelm Molterer (VP) am Mittwoch in Berlin gelandet, da ging es auch schon zum Brandenburger Tor. Wer sich in Wahlkampfzeiten ins Ausland begibt, muss schließlich auch schöne Bilder mit nach Hause bringen. Doch auch die große schwarze Familie erleichterte Molterer den Besuch in Berlin. Zunächst holte er sich bei Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) Ezzes.
"Die Erfahrungen in Deutschland sind, dass wir eine Politik der Wahlfreiheit machen müssen, Chancen bieten müssen, damit die Menschen die Kinder kriegen, die sie sich wünschen" , gab sie Molterer mit auf den Weg. Das schaffe Perspektiven. Zum Beweis zitierte von der Leyen Daten des Statistischen Bundesamtes, nach denen die deutsche Bevölkerung 2007 gewachsen sei - um 0,03 Prozentpunkte.

Die Debatten im Wahlkampf, dass ein höheres Kindergeld nur Wohlhabenden zugute komme, kommentierte von der Leyen so:"Man muss fragen: Wer kriegt denn die Kinder? Das sind junge, meistens schlechter bezahlte Menschen." 98 Prozent der Eltern hätten 2007 in Deutschland Elterngeld beantragt, die Hälfte davon hatte ein Einkommen zwischen 300 und 1000 Euro. Molterer hielt die Diskussion überhaupt für verfehlt: "Man darf dem Staat kein Instrument aus der Hand nehmen. Ideologie ist hier fehl am Platz."
Mit Kanzlerin Angela Merkel sprach Molterer über EU-Asyl- und Sicherheitspolitik und über den Kampf gegen Teuerung. Merkel sagte zu, am 20. September bei einer VP-Wahlveranstaltung über soziale Orientierung der Marktwirtschaft in Europa zu sprechen. (Christoph Prantner aus Berlin/DER STANDARD Printausgabe, 21. August 2008)

 

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Wilhelm Molterer traf am Mittwoch Angela Merkel in ihrem Berliner Kanzleramt.

Share if you care.