STM und Ericsson bündeln Mobilfunkaktivitäten

20. August 2008, 17:16
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Joint Venture mit 8.000 Mitarbeitern soll führenden Herstellern Qualcomm und Texas Instruments besser die Stirn bieten

Der schwedische Telekomausrüster Ericsson und der Chiphersteller STMicroelectronics bündeln ihre Prozessoren- und Software-Geschäfte im Mobilfunk. Das neue Joint Venture mit fast 8.000 Beschäftigten wird vier der fünf weltgrößten Handy-Hersteller beliefern und kann den führenden Mobilfunk-Chipherstellern Qualcomm und Texas Instruments besser die Stirn bieten. Das Gemeinschaftsunternehmen soll beiden Konzernen jeweils zur Hälfte gehören und hat pro Forma einen Jahresumsatz von 3,6 Mrd. Dollar (2,44 Mrd. Euro), wie STM und Ericsson am Mittwoch mitteilten.

Konzentration auf Kerngeschäft

Die Einigung erlaubt es Ericsson, sich mehr auf sein Kerngeschäft zu konzentrieren, die Telekom-Infrastruktur. Die Schweden leiden derzeit unter dem harten Wettbewerb und mussten zuletzt mehrere Gewinnwarnungen ausgeben. Branchenexperten begrüßten deshalb das neue Gemeinschaftsunternehmen. Ericsson bringt seine Mobilfunk-Plattformen in das Geschäft ein. Von STM kommt ST-NXP, schon jetzt der drittgrößte Chiphersteller für die Handy-Branche. Ericsson wird der französisch-italienischen STM im Zuge der Einigung 700 Mio. Dollar zahlen und 400 Mio. in den neuen Konzern stecken.

Kundenstamm

Zu den Kunden von STM gehören bereits Nokia, Samsung und Sony Ericsson, das Handy-Gemeinschaftsunternehmen mit Sony. Zu den Ericsson-Kunden gehören neben Sony-Ericsson auch LG und Sharp. Unter den großen Handy-Herstellern - die alle mehrere Chip-Lieferanten haben - wird deshalb nur Motorola nicht zu den Kunden des neuen Joint Ventures gehören.

Ericsson-Aktien verloren in Stockholm leicht an Boden, während die Papiere von STM in Paris rund zwei Prozent zulegten. (APA/Reuters)

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