Molterer will Kinderbetreuung ab null Jahren

20. August 2008, 16:35
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Vizekanzler sprach sich bei Deutschland-Besuch für Rahmenbedingugen aus, die der "heutigen Lebensrealität junger Eltern entsprechen"

Berlin - Im Rahmen seines Kurzbesuches in Deutschland hat Vizekanzler Molterer  Familienministerin Ursula von der Leyen getroffen und mit ihr über effiziente und moderne Familienpolitik diskutiert. Molterer betonte dabei die Wahlfreiheit für alle, je nach konkreter Lebenssituation, und plädierte dafür, einmal getroffene Entscheidungen der jungen Leute nicht zu werten, sondern zu respektieren.

Die Politik müsse dafür die Rahmenbedingungen schaffen und beim Kinderbetreuungsgeld noch mehr Flexibilität bieten. Für die Kinderbetreuung an sich sei eine bunte Palette nötig - von Tagesbetreuung über flexiblere Kindergartenzeiten bis hin zu mehr kommunalen und betrieblichen Einrichtungen.

"Selbstverständlich darf die Kinderbetreuung nicht erst mit drei Jahren beginnen", sagte Molterer vor Journalisten in Berlin, "sondern muss auch schon ab null Jahren angeboten werden, um der heutigen Lebensrealität junger Eltern zu entsprechen."

Rezept für mehr Kinder

Von der Leyen und Molterer erörterten auch die aktuellen Zahlen des deutschen Statistischen Bundesamts über die wieder steigende Geburtenrate in Deutschland. Gefragt nach ihrem Rezept, plädierte die Ministerin für einen Dreiklang an Maßnahmen: das relativ neu einführte Elterngeld, das vielen jungen Menschen den Kinderwunsch erleichtere; die Infrastruktur mit guten Kindergärten und Schulen sowie den Faktor Zeit. Molterer fand den Dreiklang "hochspannend" und dankte der CDU-Politikerin und siebenfachen Mutter für die Anregungen.

Später am Nachmittag traf Molterer mit der deutschen Regierungschefin Merkel in der Skylobby des Bundeskanzleramts in Berlin zu einer halbstündigen Tour d'Horizon unter vier Augen zusammen. Zu Mittag hatte er zuvor eine Begegnung mit namhaften Auslandsösterreichern aus Kultur und Wirtschaft. (APA)

 

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