Reallöhne wuchsen 2007 nur noch in Osteuropa

20. August 2008, 15:07
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In den meisten "alten" EU-Staaten, darunter auch Österreich, mussten die Arbeitnehmer wegen der steigenden Inflation reale Lohneinbußen hinnehmen

Im Schnitt stiegen die Reallöhne in der EU 2007 um 2,3 Prozent, die Unterschiede zwischen den Ländern sind aber enorm.

Wien/Dublin - Nur in Osteuropa haben Arbeitnehmer 2007 real mehr verdient. Das geht aus dem Jahresbericht zur Lohnentwicklung 2006 und 2007 in den 27 EU-Staaten und Norwegens der Europäischen Stiftung zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen hervor. Im Schnitt stiegen die Reallöhne in der EU 2007 um 2,3 Prozent, die Unterschiede zwischen den EU-Ländern sind aber enorm, betont die in Dublin ansässige Stiftung.

Die mit Abstand höchsten realen Lohnsteigerungen verzeichneten im Vorjahr die Arbeitnehmer in den drei baltischen Staaten sowie Rumänien und Bulgarien. An der Spitze der Liste lag Lettland mit einem Reallohnplus von 18,3 Prozent, gefolgt von Litauen mit 13 Prozent und Rumänien mit 12,2 Prozent. Im Schnitt stiegen die Löhne in den 12 seit 2004 beigetretenen Ländern 2007 real um 5 Prozent.

Ausnahme Skandinavien

Abgesehen von den osteuropäischen Ländern waren es vor die skandinavischen Staaten und Irland, in denen es 2007 ebenfalls echte Lohnerhöhungen zwischen 1,3 und 3,5 Prozent gab. Im Schnitt der 15 "alten" EU-Staaten gab es 2007 nur eine kleine Erhöhung von 0,2 Prozent, in der Eurozone sogar erstmals ein Minus von 0,4 Prozent.

In Österreich gingen die Reallöhne der Arbeitnehmer laut dem Vergleich im Vorjahr um 1,3 Prozent zurück. Auch im Schnitt der vergangenen fünf Jahre stiegen sie um nicht einmal ein Prozent pro Jahr. Ähnlich gering waren die Zuwächse in Dänemark, Frankreich, Italien, Luxemburg, Portugal und Spanien, noch schlechter war die Entwicklung nur in Deutschland, Slowenien bzw. Zypern wo die Reallöhne gar nicht wuchsen oder sogar zurückgingen.

Nominal, also nicht-inflationsbereinigt, sahen die Lohnerhöhungen in der EU durchaus beeindruckend aus. Im Schnitt stiegen sie um 7 Prozent 2007, wobei die Steigerungsraten zwischen 32,2 Prozent in Lettland und 1,7 Prozent in Frankreich schwankten. Gerade moderate Lohnerhöhungen wurden aber von der gestiegene Teuerungsrate "aufgefressen". (APA)

 

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