Weltwirtschaft auf Sieben-Jahres-Tief

20. August 2008, 13:06
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Die Erwartungen für die Konjunktur sind laut ifo-Index so negativ wie seit 18 Jahren nicht mehr - Österreich liegt laut Studie noch relativ gut

München - Das Weltwirtschaftsklima ist so schlecht wie seit sieben Jahren nicht mehr. Der entsprechende ifo-Index fiel das vierte Mal in Folge, wie das Münchner Wirtschaftsforschungsinstitut am Mittwoch mitteilte. Die befragten Wirtschaftsexperten hätten sowohl die derzeitige Lage als auch die Erwartungen für die kommenden sechs Monate deutlich schlechter bewertet. Der Index zu den Aussichten fiel auf den niedrigsten Stand seit 18 Jahren.

Pessimismus für Westeuropa

Besonders in Westeuropa und Asien habe sich die Stimmung eingetrübt, erklärte ifo-Chef Hans-Werner Sinn. In Westeuropa wurden die Aussichten deutlich negativer bewertet. In den USA dagegen sei die Stimmung stabil. Dort fielen die Erwartungen für die kommenden sechs Monate nicht mehr ganz so pessimistisch aus.

Der Gesamtindex zum Weltwirtschaftsklima sank im Vergleich zum Vorquartal um acht Punkte auf 73,4 Punkte. Der Index zu den Erwartungen fiel auf 61,4 Punkte und damit auf den schlechtesten Wert seit 1990. Die gegenwärtige Lage wird so negativ bewertet wie seit fünf Jahren nicht mehr, der entsprechende Index sank um 11 Punkte auf 85,8 Punkte.

Die zusammen mit der Internationalen Handelskammer in Paris befragten Wirtschaftsexperten sahen vor allem in Italien, Spanien sowie Großbritannien und Nordirland die aktuelle Lage besonders schlecht. In Deutschland, Finnland, Österreich und den Niederlanden dagegen wurde sie noch als günstig bewertet. Deutlich eingetrübt hat sich das Wirtschaftsklima nach Angaben des ifo-Instituts in Asien.

Deutlich steigende Inflationsraten

Die Befragten erwarten für 2008 eine deutlich höhere Preissteigerungsrate. In Westeuropa liegen die Inflationserwartungen bei 3,5 Prozent und damit deutlich über dem Wert von 2,1 Prozent im vergangenen Jahr. In den USA wird eine Preissteigerungsrate von 3,8 Prozent erwartet, in Asien sogar 5,3 Prozent.

Laut der ifo-Befragung rechnen die Experten mit einer Anhebung der Notenbankzinsen und erwarten auch, dass die langfristigen Zinsen in den kommenden sechs Monaten anziehen. Den Euro sehen die Wirtschaftsforscher als überbewertet, den US-Dollar dagegen als unterbewertet. Für die kommenden sechs Monate erwarten die Experten aber keine weitere Abschwächung der US-Währung. (APA/AP)

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    Während in den USA die Wirtschaftsstimmung stabil bleiben sollte, trübt sie sich in Westeuropa klar ein.

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