Streit um Denkmal für Ustascha-Kommandanten

20. August 2008, 12:35
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Die Jure-Francetic-Statue in Slunj wurde zweimal wieder demontiert, nun soll sie stehen bleiben dürfen

Zagreb - In Kroatien sorgt wieder einmal ein Denkmal für den Ustascha-Kommandanten Jure Francetic für Aufregung. Das Monument in der zentralkroatischen Stadt Slunj war vergangene Woche zum bereits dritten Mal errichtet worden. Diesmal darf es offenbar stehen bleiben. Es war in der Vergangenheit bereits zweimal aufgebaut worden, wurde dann aber stets auf Geheiß der kroatischen Regierung von der Polizei wieder demontiert.

Von Auswanderern finanziert, wurde das Denkmal für Francetic erstmals im Juli 2000 in Slunj aufgestellt. Francetic befehligte die berüchtigte "Schwarzen Legion", die Juden und Angehörige anderer Minderheiten verfolgte und systematisch ermordete. Im August 2004 war das Denkmal zum ersten Mal entfernt worden war. Im November 2004 wurde das Denkmal wieder auf- und kurz darauf wieder und abgebaut. Die kroatische Regierung begründete das Vorgehen mit der kroatischen Verfassung: Die Denkmäler würden dem Ruf des Landes schaden, zu dessen Schutz die Regierung laut Grundgesetz verpflichtet sei.

Das jüngste Denkmal findet die kroatische Polizei aber offenbar nicht kontrovers, weil es nicht mit dem Buchstaben "U" versehen worden sei. Das erklärte die kroatische Polizei gegenüber der Tageszeitung "Novi list". Das "U" war das Symbol der Ustascha-Bewegung. Deshalb werde die Polizei auch nicht gegen Josip Basan vorgehen. Der in Chicago lebende kroatische Emigrant hatte das Denkmal diesmal finanziert.

Unter ihrem Führer Ante Pavelic hatte die 1929 gegründete Ustascha-Bewegung ("Aufstand") nach der Zerschlagung Jugoslawiens durch Nazi-Deutschland 1941 in Kroatien eine vierjährige Terrorherrschaft errichtet. Ihre Mitglieder begingen Gräueltaten und Massenmorde, insbesondere im KZ Jasenovac. (APA)

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