Drei Österreicher auf der Longlist des Deutschen Buchpreises

20. August 2008, 12:37
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Romane von Olga Flor, Norbert Gstrein und Peter Handke unter den 20 Nominierten

Frankfurt/Main - Drei österreichische Autoren finden sich auf der 20 Titel umfassenden Longlist für den Deutschen Buchpreis 2008 in der Roman-Kategorie: Olga Flor ist für "Kollateralschaden" (Zsolnay), Norbert Gstrein für "Die Winter im Süden" (Hanser) und Peter Handkes "Die morawische Nacht" (Suhrkamp) nominiert.

Die von einer siebenköpfigen Auswahl-Jury rund um den Leiter des Literaturhauses Hamburg, Rainer Moritz aus 161 gesichteten Titeln vorgenommenen Nominierungen wurden am Mittwoch vom Börsenvereins des Deutschen Buchhandels bekanntgegeben. In einem nächsten Schritt werden am 17. September sechs Titel für die Shortlist veröffentlicht.

Der Preisträger bzw. die Preisträgerin wird am 13. Oktober zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse im Kaisersaal des Frankfurter Römers gekürt. Die Auszeichnung für den besten deutschsprachigen Roman des Jahres ist mit 25.000 Euro dotiert, die fünf Finalisten erhalten jeweils 2.500 Euro.

Die Longlist in alphabetischer Reihenfolge:

- Lukas Bärfuss: Hundert Tage (Wallstein)
- Marcel Beyer: Kaltenburg (Suhrkamp)
- Dietmar Dath: Die Abschaffung der Arten (Suhrkamp)
- Karen Duve: Taxi (Eichborn Berlin)
- Sherko Fatah: Das dunkle Schiff (Jung und Jung)
- Olga Flor: Kollateralschaden (Zsolnay)
- Norbert Gstrein: Die Winter im Süden (Hanser)
- Peter Handke: Die morawische Nacht (Suhrkamp)
- Iris Hanika: Treffen sich zwei (Droschl)
- Martin Kluger: Der Vogel, der spazieren ging (DuMont)
- Judith Kuckart: Die Verdächtige (DuMont)
- Rolf Lappert: Nach Hause schwimmen (Hanser)
- Norbert Niemann: Willkommen neue Träume (Hanser)
- Karl-Heinz Ott: Ob wir wollen oder nicht (Hoffmann und Campe)
- Hans Pleschinski: Ludwigshöhe (C. H. Beck)
- Ingo Schulze: Adam und Evelyn (Berlin Verlag)
- Uwe Tellkamp: Der Turm (Suhrkamp)
- Uwe Timm: Halbschatten (Kiepenheuer & Witsch)
- Martin Walser: Ein liebender Mann (Rowohlt)
- Feridun Zaimoglu: Liebesbrand (Kiepenheuer & Witsch)

  Vorschläge für den "Kuriosesten deutschsprachigen Buchtitel"

Eine nicht tierisch ernst gemeinte Alternative zum Deutschen Buchpreis haben das deutsche "Börsenblatt" und "Schotts Sammelsurium" ins Leben gerufen. Leser waren heuer dazu aufgerufen, erstmalig Vorschläge für den "Kuriosesten deutschsprachigen Buchtitel" zu erstellen. Die von einer Redaktion ausgewählte Longlist aus 20 Titeln wurde am Mittwoch veröffentlicht: Mit Michael Köhlmeier ("Idylle mit ertrinkendem Hund", Zsolnay) und Josef Winkler ("Ich reiß mir eine Wimper aus und stech dich damit tot", Suhrkamp) befinden sich auch zwei prominente Österreicher unter den Nominierten.

Als Vorbild für die Auszeichnung gilt der britische "Diagram Prize for the Oddest Book Title of the Year", der seit mehr als 30 Jahren vergeben wird. Unabhängig vom Inhalt gehe es neben dem Erscheinungsjahr 2008 im Wesentlichen um die Skurrilität und Kuriosität des Titels, heißt es in einer Aussendung der Organisatoren. Bis Ende September sind Leser nun wieder aufgerufen, unter boersenblatt.net über die Favoriten für die sechs Titel umfassende Shortlist abzustimmen, unter der eine dreiköpfige Jury den endgültigen Gewinner ermittelt. Am 15. Oktober - und damit zwei Tage nach dem Deutschen Buchpreis - wird der "Kurioseste Buchtitel des Jahres 2008" auf der Frankfurter Buchmesse gekürt.

Gute Chancen jedenfalls haben einige Sach- und Lebenshilfebücher: "Finger in der Wunde. Was Reiter wissen müssen, damit ihr Pferd gesund bleibt" (Wu-Wei-Verlag) oder "Die erfolgreichen Geografie- und Geschichtslehrbücher und ihre Autoren" (Franckesche Stiftungen) sind mit hoher Wahrscheinlichkeit vorne dabei, ebenso wie "Wer bin ich - und wenn ja wie viele?" (Goldmann) oder "1000 Fragen an die Hebamme" (Goldmann) , "Begegnung mit dem Serienmörder. Jetzt sprechen die Opfer" (Droste-Verlag) oder, für die universitäre Lektüre, "Sexualmoralische Verstehensbedingungen: Gleichgeschlechtliche PartnerInnenschaften im Diskurs" (Kohlhammer). (APA)

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