China: Frauen zu Arbeitslager verurteilt

20. August 2008, 11:11
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Rentnerinnen hatten lediglich versucht, eine Demonstration in einer olympischen Protestzone anzumelden

Peking - Die Pekinger Stadtverwaltung hat zwei alte Frauen zu einem Jahr Zwangsarbeit verurteilt, weil sie in einer der drei olympischen "Protestzonen" demonstrieren wollten. Die beiden Rentnerinnen im Alter von 77 und 79 Jahren hätten nach dem fünften vergeblichen Versuch, bei der Polizei eine Demonstration anzumelden, einen Bescheid von der Pekinger Stadtverwaltung erhalten, wonach sie wegen "Störung der öffentlichen Ordnung" zu einem Jahr "Reform durch Arbeit" verurteilt worden seien. Dies berichtete die Menschenrechtsorganisation "Human Rights in China" am Mittwoch. IOC-Sprecherin Giselle Davies erklärte, ihr sei der Fall nicht bekannt.

In den rund tausend chinesischen "Umerziehungs"-Straflagern des "Laogai"-Systems ("Reform durch Arbeit") befinden sich Hunderttausende von RegimegegnerInnen. Die Sponsoren der Olympischen Spiele in Peking ignorieren laut Human Rights Watch (HRW) Menschenrechtsverletzungen in China. Die zwölf Hauptsponsoren hätten es versäumt, sich über die zunehmende Pressezensur, Enteignungen und Ausbeutung von WanderarbeiterInnen vor und während der Spiele zu äußern, erklärte die Menschenrechtsorganisation.

Das Schweigen der Sponsoren widerspreche ihrem angeblichen "sozialen Engagement", erklärte HRW-Asien-Direktorin Sophie Richardson, und habe die chinesische Regierung nur ermutigt sowie dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) erlaubt, die chinesischen Menschenrechtsverletzungen ebenfalls zu ignorieren. (APA/dpa)

 

  • Ein Jahr Zwangsarbeit als Strafe für einen Demo-Anmeldeversuch
    Foto: APA/EPA/Ym Yik

    Ein Jahr Zwangsarbeit als Strafe für einen Demo-Anmeldeversuch

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