Elf Tote und 31 Verletzte bei zwei neuen Anschlägen

20. August 2008, 17:44
2 Postings

Attentate richteten sich gegen Armeekommandeur und gegen Kanadier, die für ein Wasserprojekt arbeiten

Algier - Die Serie schwerer Selbstmordanschläge in Algerien reißt nicht ab. Einen Tag nach einem Blutbad mit 43 Toten kamen am Mittwoch bei der Explosion von zwei Autobomben elf Menschen sowie die Attentäter ums Leben. Bei den Anschlägen in Bouira, etwa 100 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Algier, wurden zudem 41 Menschen verletzt, wie der algerische Rundfunk berichtete.

Die Anschläge in Bouira richteten sich gegen einen örtlichen Armeekommandeur sowie gegen Kanadier, die für ein Wasserprojekt arbeiten. Die erste Bombe ging gegen 7.00 Uhr in einer Kaserne hoch. 14 Soldaten wurden verletzt. 15 Minuten später ist der zweite Sprengkörper bei einem Hotel detoniert und hat einen Bus getroffen, der Arbeiter zur Baustelle eines Staudamms transportierte. "Der Bus wurde völlig zerfetzt" , schilderte ein Augenzeuge seine Eindrücke vom Tatort. Einer der Attentäter hatte es eigentlich auf das Hotel abgesehen. Im letzten Augenblick habe er sein mit Sprengstoff beladenes Auto aber gegen einen Bus gelenkt, berichtete die Internetzeitung Tour sur l'Algérie.

Neue Strategie Al-Kaidas

Die Regierung in Algier erklärte, sie werde "den Terrorismus bis zu seiner Eliminierung mit fester Entschlossenheit bekämpfen und gleichzeitig nicht vom Pfad der nationalen Aussöhnung abweichen" . Zu den Anschlägen bekannte sich niemand.

In früheren Fällen wurden Extremisten der Al-Kaida in Nordafrika als Täter vermutet. Zu den meisten Anschlägen in Algerien bekannte sich bisher die aus der radikalislamischen Terrorgruppe GSPC hervorgegangene "Al Kaida im islamischen Maghreb" , jene Gruppe, die im Februar die beiden Salzburger Andrea Kloiber und Wolfgang Ebner aus dem Süden Tunesiens nach Mali verschleppt hat. Die jüngsten Anschläge deuten aus Sicht von Experten auf einen Kurswechsel der Extremisten hin, die sich bislang vor allem auf Angriffe gegen das Militär in entlegenen Regionen konzentriert haben. (Reuters, red/DER STANDARD, Printausgabe, 21.8.2008)

 

Share if you care.