Musharraf will in Pakistan bleiben

20. August 2008, 17:40
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US-Regierung hatte zugesagt, eine mögliche Bitte um Asylgewährung zu prüfen

Islamabad - Zwei Tage nach seinem Rücktritt, mit dem er einem Amtsenthebungsverfahren zuvorgekommen war, hat Pakistans Ex-Staatschef Pervez Musharraf den Gang ins Exil ausgeschlossen. Er werde das Land nicht verlassen, erklärte Musharraf am Mittwoch bei einem Treffen mit Vertretern der oppositionellen PML-Q (Muslim-Liga/Qaid-e-Azam), die ihn politisch unterstützt hat. Während der Unterredung in seiner Residenz in Rawalpindi habe Musharraf entspannt gewirkt. Er habe betont, sich in den kommenden Wochen erholen zu wollen, sagte PML-Q-Sprecherin Marvi Memon. Der 65-jährige Ex-Präsident habe nicht vor, noch einmal in die Politik zurückzukehren.

Die PML-Q hatte die Parlamentswahlen im Februar verloren. Nach der Rücktrittserklärung hatten pakistanische Medien berichtet, Musharraf werde nach Saudi-Arabien oder in ein anderes Land ins Exil gehen. Die US-Regierung, von der Musharrafs Regime seit 2001 Zuwendungen von mehr als zehn Milliarden Dollar erhalten hatte, hat ihre Bereitschaft signalisiert, eine mögliche Bitte um Asylgewährung zu prüfen. Die stärkste Regierungspartei, die Pakistanische Volkspartei (PPP) der Ende vorigen Jahres ermordeten Ex-Regierungschefin Benazir Bhutto, hatte Musharraf unter anderem mitverantwortlich für den gewaltsamen Tod ihrer Vorsitzenden gemacht. Bhuttos Heimkehr nach achtjährigem Exil im Vorjahr war erst möglich geworden, nachdem Musharraf auf Druck der USA Korruptionsanklagen gegen die PPP-Chefin per Dekret für nichtig erklärt hatte. Musharraf hatte sich 1999 an die Macht geputscht. (APA/dpa)

 

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