Tuareg-Rebellen weisen Bericht über Ende ihres Aufstands zurück

20. August 2008, 08:01
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Staatsfernsehen in Niger berichtete über von Libyen vermittelte Einigung

Niamey - Tuareg-Rebellen in der Sahara haben einen Bericht zurückgewiesen, wonach sie ihren Aufstand gegen die Regierungen von Niger und Mali beendet hätten. Das staatliche nigerianische Fernsehen habe seine Äußerungen falsch übersetzt und interpretiert, sagte Rebellenführer Aghali Alambo am Dienstag laut einer Mitteilung auf der Website der Rebellen. Die Aufständischen würden "niemals ihre Waffen niederlegen, zumindest nicht, bevor alle ihre berechtigten Forderungen erfüllt sind".

Das staatliche Fernsehen in Niger hatte berichtet, die Rebellen hätten unter libyscher Vermittlung ihren Aufstand beendet und zitierte Alambo mit den Worten: "Wir haben beschlossen, unsere Waffen niederzulegen." Die Tuareg wollten etwa 60 Geiseln in den beiden Ländern freilassen. Alambos Äußerungen waren vor der Ausstrahlung von Tuareg ins Französische übersetzt worden.

Treffen mit Muammar Gaddafi

Die Rebellen griffen seit 2007 Militärstützpunkte an und entführten Regierungsbeamte. Sie werfen den Regierungen in Niamey und Bamako vor, ihr Volk zu vernachlässigen und zu diskriminieren. Bei einem Treffen in Tripolis am Montag habe der libysche Staatschef Muammar Gaddafi den Tuareg-Führern erklärt, dass der Aufstand ihnen selbst schade und die Region destabilisiere, berichtete die libysche Nachrichtenagentur JANA. Dadurch werde die Zukunft der Tuareg gefährdet. Der nigrische Regierungssprecher Mohamed Ben Omar sagte, die Rebellen hätten endlich verstanden, dass "die Kriegsoption" keine gute Wahl sei, um sich Gehör zu verschaffen. (APA/AP)

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