Bündnis der Fußball-Bundesliga mit Kirch wackelt

19. August 2008, 20:09
posten

Kartellamt blockiert ursprünglichen Pläne von Sirius und der DFL

Das Bündnis der Deutschen Fußball Liga (DFL) mit dem Rechtevermarkter Sirius könnte bald platzen. Die DFL kündigte am Dienstag in Frankfurt an, zügig Gespräche mit Sirius zur festgefahrenen Vertragssituation zu führen. Hinter der Vermarktungsfirma steht der Medienmogul Leo Kirch, der der Liga für die TV-Rechte ab 2009/10 pro Saison 500 Mio. Euro zugesagt hat - 80 Mio. Euro mehr als bisher.

Allerdings blockiert das Kartellamt die ursprünglichen Pläne von Sirius und der DFL, weswegen Mehreinnahmen in dieser Höhe als kaum mehr erreichbar gelten. In der Branche hieß es, die Wettbewerbshüter hätten sehr enge Grenze gezogen. Daher sei die Wahrscheinlichkeit höher, dass der Vertrag mit Kirch platze, als dass Sirius im Boot bleibe.

Die DFL teilte mit, sie habe mehrere Handlungsalternativen zur Ausschreibung erörtert und beschlossen. Konkreter wurde der Ligaverband nicht. Die Liga will die Politik in Berlin und Brüssel zu Hilfe rufen und prüft weiter rechtliche Schritte, sollte das Kartellamt die Ausschreibung endgültig ablehnen.

Knackpunkt ist die Ausstrahlung der Spiele am Samstag. DFL und Sirius wollten die ARD-Sportschau auf einen Zeitpunkt nach 22 Uhr verschieben, in der Hoffnung, dass der Pay-TV-Sender Premiere für mehr Exklusivität tiefer in die Tasche greift. Daran stört sich aber das Bundeskartellamt. Es hat eine Ausstrahlung der Zusammenfassungen samstags vor 20 Uhr verlangt. Bisher geht die Sportschau um 18.30 Uhr mit den Spielen auf Sendung.

Die Bonner Behörde sieht in der gebündelten Vermarktung der Bundesliga-Vereine ein Kartell. Dieses könne nur freigegeben werden, wenn die Verbraucher an den Vorteilen beteiligt würden. Das sei bei Zusammenfassungen im frei empfangbaren Fernsehen vor 20 Uhr gegeben. (APA/Reuters)

Share if you care.