HV segnet Kapitalmaßnahmen ab

19. August 2008, 18:42
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Der Vorstand wird nicht entlastet, auf Antrag von Fries wird Elsner und Löschl das Misstrauen ausgesprochen

Wien - Bei der heutigen Hauptversammlung des Kremser Autozulieferers Eybl wurden wie erwartet der zur Sanierung nötige Kapitalschnitt mit darauf folgender Kapitalerhöhung sowie das Rumpfgeschäftsjahr 2008 beschlossen. Überraschend wurde jedoch auf Antrag von Eybl-Großaktionär Rudolf Fries dem im Jänner verabschiedeten Eybl-Chef Johannes Elsner und dem noch amtierenden Vertriebschef Peter Löschl die Entlastung verweigert, bestätigte das Unternehmen auf APA-Anfrage einen entsprechenden Bericht im heutigen "Standard".

Hintergrund dafür sind laut Bericht die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Krems, die unter anderem wegen Bilanzmanipulation (unzulässige Vorfakturierungen) untersucht und ein Gutachten in Auftrag gegeben hat, das in rund sechs Wochen vorliegen sollte, wird Staatsanwalt Friedrich Kutschera zitiert. Es würden aber "auch andere Dinge" untersucht, erklärte er. Ob Löschl weiter im Eybl-Vorstand bleibe, hänge von den Untersuchungen der Staatsanwaltschaft ab, hieß es aus informierten Kreisen zur APA.

"Die Hauptversammlung ist sehr gut verlaufen", sagte Eybl-Vorstand Otto Zwanzigleitner. Die Aktionäre haben Eybl ihr volles Vertrauen ausgesprochen. Alle Anträge seien durchgebracht worden, die meisten mit 100 Prozent der Stimmen. "Mit dem Ergebnis der Hauptversammlung sind wir wieder auf Kurs", zeigte sich der Vorstand zufrieden.

Zur Umsetzung des im Juni beschlossenen Sanierungspakets wurde in der Hauptversammlung - neben der Jahresbilanz 2007/08 - eine vereinfachte Herabsetzung des Grundkapitals von 26,16 Mio. Euro auf 3,6 Mio. Euro (bei Nominale-Absenkung von 7,27 auf 1 Euro je Aktie) zur Abdeckung eines sonst auszuweisenden Bilanzverlustes abgesegnet. Anschließend wird das herabgesetzte Grundkapital um 10,8 Mio. Euro auf 14,4 Mio. Euro gegen Bareinlage durch Ausgabe von 10,8 Millionen Stückaktien zum Ausgabebetrag von 3 Euro wieder erhöht. Das frische Geld kommt - wie berichtet - von Hauptaktionär Fries.

Banken und Anleihegläubiger hatten im Zuge eines stillen Ausgleichs auf rund 30 Mio. Euro verzichtet. (APA)

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