Generali: Kraftprobe mit Deripaska

19. August 2008, 18:01
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Italiens größter Versicherer Assicurazioni Generali plant laut italienischen Medien ein Übernahmeangebot für den drittgrößten russischen Versicherer

Mailand - Italiens größter Versicherer Assicurazioni Generali plant laut italienischen Medien ein Übernahmeangebot für den drittgrößten russischen Versicherer Ingosstrakh. Generali hat über die gemeinsam mit dem tschechischen Oligarchen Petr Kellner gegründete Private Equity Gesellschaft PPF Beta 38,5 Prozent an Ingosstrakh. Die restlichen 61,5 Prozent werden vom russischen Geschäftsmann Oleg Deripaska (auch Strabag- und Magna-Beteiligter) kontrolliert. Dieser blockiert laut Generali den italienischen Einfluss auf die Unternehmensführung.

Zwar wurde die von Deripaska sofort nach dem Einstieg der PPF Beta angepeilte Kapitalerhöhung von einem Gericht in Moskau gestoppt. Bei der letzten HV der Ingosstrakh wurde der Minderheitsaktionär Generali übergangen und kein einziger PPF-Vertreter in den Vorstand gewählt.
Generali hat ein mögliches Angebot nicht dementiert. "Bei Ingosstrakh ist noch alles im Fluss" , heißt es im Hauptquartier. Sollte "kein Körnchen Wahrheit daran sein, würde Generali ein klares Dementi geben" , sagen Mailänder Analysten. CEO Giovanni Perrissinotto hatte kürzlich sein Interesse am "potenziellen Wachstumsmarkt" Russland bestätigt. Ingosstrakh wurde 2007 von Generali mit zwei Mrd. Dollar bewertet. 2007 wurde in Russland bei einem Prämienvolumen von 1,08 Mrd. Euro einen Nettogewinn von 67 Mio. Euro erzielt. (tkb, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20.8.2008)

 

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