Der Mann, der voll auf Iowa setzte

19. August 2008, 17:55
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Der öffentlichkeitsscheue David Plouffe managt den Wahlkampf Barack Obamas

Washington/Wien - Der Manager der Obama-Campaign, David Plouffe, wird allgemein als Architekt der erfolgreichen Vorwahlstrategie des Senators betrachtet. Es war er, der darauf bestand, sich zeitgerecht und mit dem vollen Gewicht des Wahlkampfapparates auf Iowa zu konzentrieren. Es war seinem Weitblick zu verdanken, dass sich der Wahlkampf nach dem „Super Tuesday", dem 5. Februar, nahtlos fortsetzte. Und schließlich bestand er darauf, auch in Staaten ohne Vorwahlen, sondern nur mit Caucuses (Bürgerversammlungen), zu werben. Diese Konzentration auf alle Staaten, groß oder klein, brachte die nötigen Delegiertenstimmen für Obama.

„Eheliche Streitigkeiten zu Hause" scheint sein Motto zu sein, denn Streitereien im Wahlkampfteam dringen nie an die Öffentlichkeit. Das mag mit seinen Beziehungen etwa zum Chefstrategen David Axelrod (einem früheren Geschäftspartner) oder zum Kommunikationsdirektor Robert Gibbs, mit dem er sich ein Jahresabonnement für das Baseballteam Washington Nationals teilt, zu tun haben.

David Plouffe informiert die Presse zwar in Konferenzgesprächen, ist selbst aber publicityscheu. Plouffe hat sein Team fest in der Hand - und bleibt dabei selbst durch schlechte Presse unbeirrbar, insbesondere vom Auf und Ab der Nachrichtensender. (Susi Schneider, DER STANDARD, Printausgabe, 20.8.2008)

Die Serie "Zweite Reihe" stellt in loser Folge die wichtigsten Mitarbeiter der US-Präsidentschaftskandidaten vor.

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    Beachtete große wie kleine Staaten: David Plouffe.

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