250 Liter Öl in Schweizer Alten Rhein geflossen

19. August 2008, 16:47
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Keine Umweltschäden oder Belastungen des Trinkwassers zu befürchten - Schweizer und Vorarlberger Feuerwehren im Einsatz

Bregenz  - Nach einem Ölunfall in einem grenznah gelegenen Einkaufszentrum in St. Margrethen (Kanton St. Gallen) sind Dienstag früh rund 250 Liter Öl in den Alten Rhein geflossen. Die Schweizer Behörden alarmierten gegen 8.30 Uhr die Vorarlberger Stellen, gemeinsam gingen Schweizer und österreichische Feuerwehren gegen den Ölteppich vor. Offenbar sind keine Umweltschäden oder Belastungen des Trinkwassers zu befürchten, gaben Landeshauptmann Herbert Sausgruber (V) und Wasser-Landesrat Dieter Egger (F) am Dienstagabend Entwarnung.

Der Ölunfall ereignete sich laut Angaben der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle (RFL) nach einer technischen Panne im Zuge von Umbauarbeiten und wurde in den frühen Morgenstunden entdeckt. Insgesamt liefen im Gebäude des Einkaufszentrums rund 2.500 Liter Öl aus, dieses konnte von der Feuerwehr abgepumpt werden. Geschätzte 250 Liter gelangten aber über einen Regenabwasserschacht in den Alten Rhein, ein Teil konnte durch Ölsperren der Feuerwehren aufgefangen werden.

Ein Rest trieb als Ölteppich bis in den Einmündungsbereich zum Bodensee. Der See selbst sei jedoch nicht betroffen, das hätten ein Hubschrauberflug und Kontrollen vom Wasser aus ergeben, so Sausgruber. Der Feuerwehr gelang es in Gaißau (Bezirk Bregenz), den Heizölfilm mit mehreren Ölsperren aufzuhalten. Am Abend wurde mit dem Abpumpen begonnen, dann soll laut RFL auch entschieden werden, wie lange die Ölsperren belassen werden.

Eine Gefährdung der Trinkwasserversorgung Höchst (Bezirk Bregenz) habe zu keinem Zeitpunkt bestanden, so Egger. Trotz der flächigen Ausdehnung erwarteten die Experten des Landes Vorarlberg keine nachhaltige Schädigung der Ökologie im Alten Rhein. Eine spezielle Reinigung des rund vier Kilometer langen Uferabschnitts ist laut den Fachleuten nicht zweckmäßig. Der Abbau der verbleibenden geringen Ölmengen werde natürlich von statten gehen, hieß es.

Angesichts des glimpflichen Verlaufs des Unfalls sprach Egger von "Glück im Unglück". Der Vorfall zeige, wie rasch ein folgenschwerer Fehler passieren könne. Egger forderte daher, die Trinkwasserversorgung durch ein zweites Standbein oder einen Notverbund abzusichern.(APA)

 

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