Gesunde Brust irrtümlich amputiert

19. August 2008, 16:02
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Japanerin hatte lediglich an Mastopathie gelitten, die keine Operation erfordert hätte - Verwechslung im Labor war Grund

Tokio - In Japan haben Ärzte einer gesunden Frau versehentlich eine Brust amputiert. Die Mediziner hätten wegen eines Laborfehlers eine gutartige Veränderung des Brustdrüsengewebes mit einem Tumor verwechselt, teilte das Krankenhaus in der westjapanischen Stadt Okayama am Dienstag mit.

Die rund 40 Jahre alte Frau sei im vergangenen Jahr für eine sogenannte Mammografie, eine Röntgenuntersuchung der Brust, ins Krankenhaus gekommen. Die Ärzte nahmen ihr daraufhin eine Brust ab, weil sie einen Krebstumor vermuteten. Tatsächlich litt die Frau lediglich unter einer sogenannten Mastopathie, bei der eine Operation nicht nötig ist.

Grund für den Fehler war nach Angaben des Krankenhauses eine Verwechslung im Labor. Die Gewebeprobe der Frau sei mit der einer Krebspatienten vertauscht worden. "Wir bedauern zutiefst, dass wir der Patientin einen irreparablen Schaden zugefügt haben", sagte der Direktor des Krankenhauses bei einer Pressekonferenz. Er werde Maßnahmen ergreifen, damit dies nicht noch einmal passiere. Ob der Frau eine Entschädigung gezahlt wurde, war zunächst nicht bekannt. (APA/AFP)

 

  • Mastopathie: Dabei handelt es sich um eine Vielzahl degenerativer Umbauprozesse des Brustdrüsen-Parenchyms, die meist durch hormonelle Dysbalancen zwischen Östrogenen und Progesteron verursacht sind.
    Foto: Archiv

    Mastopathie: Dabei handelt es sich um eine Vielzahl degenerativer Umbauprozesse des Brustdrüsen-Parenchyms, die meist durch hormonelle Dysbalancen zwischen Östrogenen und Progesteron verursacht sind.

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