Spekulationen über erstmals weibliches Staatsoberhaupt

19. August 2008, 15:50
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Unterhausvorsitzende Mirza und Bhutto-Schwägerin Talpur als Kandidatinnen für Musharraf-Nachfolge im Gespräch

Islamabad  - Einen Tag nach der Demission von Staatschef Pervez Musharraf haben die Spitzen der pakistanischen Regierungskoalition Beratungen über dessen Nachfolge aufgenommen. Nachdem Indien seit 2007 in der Person von Pratibha Patil eine Präsidentin hat, könnte auch Pakistan erstmals ein weibliches Staatsoberhaupt bekommen, wie in politischen Kreisen Islamabads spekuliert wird. Als Kandidatinnen im Gespräch sind die Unterhausvorsitzende Fahmida Mirza und Faryal Talpur, die jüngere Schwester von Asif Ali Zardari, dem Witwer der ermordeten Vorsitzenden der Pakistanischen Volkspartei (PPP) und Ex-Regierungschefin Benazir Bhutto.

Die einer Politikerfamilie aus Hyderabad entstammende 52-jährige Ärztin Mirza wurde im März zur ersten Parlamentsvorsitzenden eines islamischen Landes gewählt; Talpur war bereits bei der (letztlich von der damaligen Opposition boykottierten und von Unregelmäßigkeiten geprägten) indirekten Präsidentenwahl im Vorjahr als PPP-Kandidatin nominiert worden.

Als mögliche Favoriten der Regierungskoalition aus PPP und Muslimliga (PML-N) gelten die hoch angesehenen Politiker Mahmood Khan Achakzai aus der Provinz Baluchistan (Belutschistan) und Aftab Shaban Mirani aus der Provinz Sindh. Eine Einigung auf einen Nachfolger für Musharraf wurde am Dienstag nicht erwartet. Die Regierungskoalition aus der PPP, PML-N sowie kleineren Parteien gilt als äußert brüchig und wurde bisher vor allem durch das Ziel zusammengehalten, Musharraf loszuwerden. (APA)

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    Fahmida Mirza (links) und Faryal Talpur werden als möglische Nachfolgerinnen Pervez Musharrafs gehandelt.

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