Hämmerle im "Schwebezustand"

19. August 2008, 15:30
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Nach der Insolvenz der Vorarlberger Textilfirma gibt es zwar Gespräche mit zwei Kauf-Interessenten, Konkretes steht aber noch aus

Bregenz  - Derzeit gibt es noch keinen Käufer für das insolvente Vorarlberger Textilunternehmen F.M. Hämmerle. Das gab Masseverwalter Wilhelm Klagian Dienstagmittag auf einer Betriebsversammlung für die 311 Mitarbeiter bekannt. Er sei weiter in Gesprächen mit zwei Interessenten, den Stand der Verhandlungen beurteilte er positiv. Die ausstehenden Lohn- und Gehaltszahlungen für die Belegschaft aus dem Insolvenzentgeltfonds könnten laut Vorarlbergs AK-Präsident Hubert Hämmerle bereits kommende Woche erfolgen.

Weil man bereits früh um die Situation des Unternehmens gewusst habe, habe man seitens der AK die Berechnungen für die Mitarbeiter vorabgewickelt und die 1,23 Mio. Euro hohen Forderungen der Mitarbeiter für ausstehende Löhne und Gehälter sofort angemeldet, nachdem der Konkurs eingebracht wurde, so Hämmerle. Die Bescheide des Insolvenzentgeltfonds erwarte man für nächste Woche, "das Geld für die Beschäftigten müsste dann gleich folgen", hoffte der AK-Präsident. Die F.M.-Hämmerle-Mitarbeiter hätten sich über diese Ankündigung sehr froh gezeigt. Einige steckten aber in einer finanziellen Notsituation, daher habe es teilweise Unmutsäußerungen gegeben. Eine noch schnellere Abwicklung sei aber kaum möglich gewesen.

Betriebsversammlung Ende August

Da die Verhandlungen des Masseverwalters mit möglichen Käufern noch nicht abgeschlossen seien, befände man sich weiter in einer Art "Schwebezustand". "Das hat die Leute schon gestört, sie haben sich erwartet, dass man ihnen sagt, wie es weitergeht", so Hämmerle über die Reaktion der Beschäftigten. Er hoffe, man wisse in dieser Hinsicht bis Ende der Woche mehr. Die nächste Betriebsversammlung zur Information der Mitarbeiter sei für kommenden Montag, 25. August, angesetzt.

Das Vorarlberger Textilunternehmen F.M. Hämmerle ging am 31. Juli 2008 in Konkurs, die Schulden belaufen sich laut KSV-Angaben auf über sechs Mio. Euro. Von der Insolvenz sind 312 Mitarbeiter und rund 300 Gläubiger betroffen. Noch vor 20 Jahren war F.M. Hämmerle mit 2.200 Mitarbeitern das größte Textilunternehmen Österreichs. (APA)

  • Die Zukunft von Hämmerle ist nach wie vor offen.
    foto: derstandard.at/derstandard.at/lewkowicz

    Die Zukunft von Hämmerle ist nach wie vor offen.

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