Japans Wirtschaft weiter am Boden

19. August 2008, 14:16
posten

Japanische Notenbank zeigt sich noch skeptischer als vor einem Monat - Auch Exportsektor schwächelt

Tokio - Japans angeschlagene Wirtschaft ist wegen der hohen Energie- und Rohstoffpreise laut Notenbank auch im Sommer nicht auf die Beine gekommen. Die Währungshüter beließen am Dienstag angesichts der trüben konjunkturellen Aussichten den Schlüsselzins bei 0,5 Prozent und äußerten sich noch skeptischer zum Wirtschaftsverlauf als im Vormonat. Im Zuge der wirtschaftlichen Eintrübung schwächle nun selbst das Exportwachstum, konstatierten die Notenbanker. Im Juni hatte die Bank von Japan für das Haushaltsjahr ein Wachstum von 1,2 Prozent prognostiziert - das wäre der schwächste Zuwachs seit sechs Jahren. Im Frühjahr ist die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt zum Vorquartal um 0,6 Prozent geschrumpft.

Angesichts der sich eintrübenden Wirtschaft will Regierungschef Yasuo Fukuda noch diese Woche ein Programm zur Stützung der Konjunktur vorstellen. Eine schnelle Erholung erwarten die Währungshüter dennoch nicht. Nach einer Phase mit einem lahmenden Konjunkturverlauf werde das Land nur schrittweise auf einen Pfad moderaten Wachstums zurückkehren, erklärte die Notenbank. Es sei aber auch kein Einbruch zu befürchten, versicherte Notenbankgouverneur Masaaki Shirakawa: "Die Aussichten für eine abrupte wirtschaftliche Verschlechterung sind gering." Die Notenbank wird am Mittwoch ihren Detail-Bericht zur Wirtschaftsentwicklung im August vorstellen.

Insbesondere die nachlassende Nachfrage aus wichtigen Absatzmärkten wie den USA und Europa im Zuge der Finanz- und Immobilienkrise machen dem rohstoffarmen Land zu schaffen, das traditionell eine starke Exportwirtschaft hat. Auch die Verbraucher haben wegen der hohen Lebensmittel- und Energiekosten den Gürtel enger geschnallt, was sich in sinkenden Konsumausgaben bemerkbar macht. Allerdings haben die Preissteigerungen bisher keine Lohn-Preis-Spirale in Gang gesetzt. Damit stehen die Notenbanker derzeit nicht unter Druck, ihre ultralockere Geldpolitik aufzugeben. (APA/Reuters)

Share if you care.