AK mahnt Lehrlingsrechte ein

20. August 2008, 09:46
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Eine Befragung ergab ein hohes Ausmaß an verbotenen Überstunden bei Auszubildenden, jeder Zweite klagt außerdem über Mobbing im Betrieb

Jeder sechste Lehrling darf keine fünf Wochen Jahresurlaub nehmen, jeder zweite Lehrling klagt über Mobbing oder Geringschätzung durch seine Vorgesetzten - dies geht aus einer von der Arbeiterkammer Niederösterreich (AKNÖ) durchgeführten Lehrlingsbefragung hervor, deren Ergebnisse am Dienstag veröffentlicht wurden.

3.500 Jugendliche wurden für die Studie befragt. Generell hätten acht von zehn Lehrlingen in Niederösterreich von arbeits- oder jugendschutzrechtlichen Übertretungen in ihren Betrieben berichtet. "Das Image der Lehre kann nur dann verbessert werden, wenn auch die Arbeitsbedingungen bei den Lehrlingen passen", resümiert AKNÖ-Präsident Josef Staudinger, der von den Arbeitgebern die Einhaltung der Schutzbestimmungen forderte. "Obwohl gesetzlich streng verboten, gab die Mehrheit der minderjährigen Lehrlinge an, Überstunden leisten zu müssen, 30 Prozent sogar mehrmals wöchentlich", so Staudinger.

Überwiegend zufrieden hätten sich die befragten Jugendlichen über die Qualität ihrer Ausbildung gezeigt. Ausstattung der Betriebe, fachliche Qualifikation der Ausbildner und praxisnahe Ausbildung weisen laut AKNÖ mehrheitlich eine gute Beurteilung auf. Vielen Lehrlingen fehle jedoch eine Person im Betrieb, an die sie sich bei Problemen wenden können, so die AKNÖ. (APA)

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