BZÖ Wien rangelt, Westenthaler denkt nach

19. August 2008, 17:55
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Noch-BZÖ-Chef will bis Donnerstag über politische Zukunft entscheiden

Wien - Das Wiener BZÖ kommt nicht zur Ruhe. Bis Freitag muss im Innenministerium ein Vorschlag eingereicht werden, mit welchen Kandidaten die Landesgruppe zur Wahl am 28. September antritt. Intern sind aber die Flügelkämpfe noch immer im Gange. Zwei Gruppen streiten darum, wer der rechtmäßige Landesvorstand ist und somit das Nominierungsrecht hat.

Aus dem Umfeld von Peter Westenthaler hieß es am Dienstag, die Gruppe um Ex-Landeschef Günther Barnet und Dietmar Schwingenschrot habe ihren Listenvorschlag zurückgezogen. An deren Favoriten Herbert Scheibner sei das Angebot gegangen, hinter Westenthaler auf Platz zwei der Landesliste zu kandidieren.
Scheibner, Schwingenschrot und Barnet wussten auf Standard-Anfrage freilich nichts von einem Kompromiss. Im Gegenteil:"Ich würde niemals auf einer gemeinsamen Liste mit Peter Westenthaler stehen" , sagte Barnet. Scheibner meinte nur, man suche weiter nach einer Lösung.

Dem Vernehmen nach soll sich auch BZÖ-Spitzenkandidat Jörg Haider, der in Bälde Westenthaler als Parteichef ablösen wird, eingeschaltet haben. Das kolportierte Angebot an Scheibner und Westenthaler:Einer der beiden soll die Landesliste anführen, der andere soll an prominenter Stelle auf der Bundesliste kandidieren.
Westenthaler selbst lässt sich seine Zukunft noch offen. Auch einen gänzlichen Abschied aus der Politik schließt er nicht aus. Er habe sich bis Donnerstag Bedenkzeit erbeten, sagt er am Dienstag zum Standard.

Im BZÖ hieß es immer wieder, Westenthaler sei gegen ein Comeback des aus der FPÖ ausgeschlossenen Rechtsaußen Ewald Stadler gewesen und überlege deshalb einen Rückzug. Seine Gegner sprechen wiederum von einem "vorgeschobenen Argument" . Schließlich habe Westenthaler selbst Gespräche mit Stadler geführt. (go/DER STANDARD, Printausgabe, 20.8.2008)

 

 

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