ZEW-Index legt wieder zu

19. August 2008, 13:05
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Die Erwartungen deutscher Finanzexperten haben sich im August überraschend deutlich aufgehellt, dennoch liegt der Index noch immer auf historisch niedrigem Niveau

Die Stimmung deutscher Finanzexperten hat sich im August überraschend deutlich aufgehellt. Die ZEW-Konjunkturerwartungen seien zum Vormonat um 8,4 Punkte auf minus 55,5 Punkte gestiegen, teilte das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag mit. Volkswirte hatten eine moderatere Aufhellung auf minus 60 Punkte erwartet. Trotz des Anstiegs liegen die Konjunkturerwartungen weiter deutlich unter ihrem historischen Mittelwert von 28,3 Punkten.

Die Verbesserung der Konjunkturerwartungen signalisiere, dass sich die Befürchtungen der Finanzmarktexperten über die konjunkturelle Abschwächung in Grenzen halten, kommentierte das ZEW die Ergebnisse. Der Rückgang des Ölpreises sowie die Abwertung des Euro dürften die Sorgen um die Konjunktur gemildert haben, hieß es zu der monatlichen Umfrage unter rund 300 Anlegern und Analysten.

Robuste Entwicklung

"Die Finanzmarktexperten haben sich von der negativen Zuwachsrate im zweiten Quartal zu Recht nicht sonderlich beeindrucken lassen", sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz. Insgesamt gingen die Experten von einer zwar schwächeren, aber alles in allem robusten Konjunkturentwicklung aus und befürchteten keine Rezession.

Die Stimmungsverbesserung sollte nach Einschätzung der Hessischen Landesbank (Helaba) nicht darüber hinwegtäuschen, dass der ZEW-Index auf historisch niedrigem Niveau liegt. Anzeichen für ein konjunkturell besseres Umfeld ließen sich davon nicht ableiten, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Kurzstudie des Bankhauses. Für den ifo-Geschäftsklimaindex, der sich aus Erwartungen und Lagebeurteilung zusammensetzt und in einer Woche zur Veröffentlichung anstehe, stelle der ZEW trotz der leichten Erholung keine positive Indikation dar. (APA/dpa-AFX)

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