Im Zeichen von Südafrika

19. August 2008, 13:03
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Alle 16 EM-Teilnehmer testen am Mittwoch für die beginnende WM-Qualifikation - In 25 Län­derspielen geben sieben Teamchefs ihr Debüt - Auch vier der fünf WM-Quali-Gegner des ÖFB-Teams im Einsatz

 Wien - Siebeneinhalb Wochen nach dem Schlusspfiff der Fußball-EM-Endrunde in Wien testen am Mittwochabend alle 16 EURO-Teilnehmer für die im Herbst beginnende WM-Qualifikation 2010, wobei es in den insgesamt 25 Länderspielen mit Italien - Österreich in Nizza, der Neuauflage der EM-Viertelfinales Russland - Niederlande (3:1 n.V.) in Moskau und Schweden - Frankreich in Göteborg auch zu drei Duellen von EM-Starter kommt.

Prominente Neuzugänge

Der Auftakt zur Länderspiel-Saison ist außerdem geprägt von einem "Debütanten-Ball", gleich sieben EM-Teilnehmer versuchen es mit einem neuen Teamchef auf der Kommandobrücke. Neben den Österreichern, die Josef Hickersberger durch den Tschechen Karel Brückner ersetzten, zählt auch der seit 21 Spielen unbesiegte Europameister Spanien dazu. Große Revolutionen darf man sich von Vicente del Bosque aber nicht erwarten.

Der ehemalige Meistermacher von Real Madrid hat bereits angekündigt, den erfolgreichen Weg seines Vorgängers Luis Aragones weitergehen zu wollen. Für den Test in Kopenhagen gegen Dänemark hat er jedoch vier Spieler nominiert, die noch kein Länderspiel bestritten haben. Raul ist nicht dabei, eine Rückkehr des von Aragones ausgebooteten Stürmer-Stars von Real schloss Del Bosque aber nicht aus.

Den Teamchef ausgewechselt haben seit der EURO weiters Italien (in Nizza gegen Österreich, Marcello Lippi für Roberto Donadoni), Tschechien (in London gegen England, Petr Rad für Brückner), Portugal (in Aveiro gegen Österreich WM-Quali-Gegner Färöer, Carlos Queiroz für Luiz Felipe Scolari), die Niederlande (in Moskau gegen Russland, Bert van Marwijk für Marco van Basten) und die Schweiz (in Genf mit Johan Vonlanthen gegen Zypern, Ottmar Hitzfeld für Köbi Kuhn).

Deutsche ohne Ballack und mit Enke

Der EM-Zweite Deutschland muss in Nürnberg (20.30 Uhr/live ZDF) gegen Nachbar Belgien auf seinen am Fuß verletzten Kapitän Michael Ballack sowie die ebenfalls blessierten Adler, Frings und Jones verzichten. Durch den Ausfall von Adler, für den Wiese nachnominiert wurde, ist auch die Frage nach dem Nachfolger von Lehmann im Tor geklärt. Im Spiels eins nach dem neuen VfB-Keeper wird der Hannoveraner Robert Enke zwischen den Pfosten stehen.

Fabio Capello geht in seine erste volle Saison als englischer Teamchef. Die "Three Lions", die sich nicht für die EM qualifizierten, testen vor dem Wettlauf nach Südafrika, der für die Briten in Andorra beginnt, im Wembley. "Das Spiel ist wichtig, weil ich mir von den Spielern die Antwort sehen will, die ich erwarte", sagte Capello, dessen Truppe eine EM-Fahrkarte gegen Kroatien verpasst hatte, vor dem Probegalopp gegen Tschechien.

Neben der ÖFB-Auswahl, Frankreich, am 6. September in Wien nächster Gegner der Brückner-Schützlinge, und den Färöer proben auch Österreichs weitere Gruppen-Rivalen der bevorstehenden WM-Qualifikation. Rumänien hat in Bukarest Lettland zu Gast und Litauen empfängt in Wilna Moldawien, nur Serbien schaut dem regen Treiben in Europas Stadien interessiert zu.

Ruttensteiner spioniert

Interessierter Beobachter ist in Göteborg ÖFB-Sportdirektor Willi Ruttensteiner, der die ohne die Verletzten Ribery, Sagnol und Nasri antretenden Franzosen unter die Lupe nehmen wird. "Brückner hat entschieden, dass immer der nächste Gegner live im Stadion beobachtet wird und er von allen anderen ÖFB-Gegner DVDs haben möchte", sagte Ruttensteiner, der gespannt ist, wer von den zwei jungen Torhüter die Nachfolge von Gregory Coupet antreten wird.

Während der Salzburger "Bulle" Niko Kovac wegen Verletzung den Kroaten im Treffen mit dem Nachbarn Slowenien in Marburg nicht ebenso nicht zur Verfügung steht wie der ebenfalls blessierte Austria-Pole Jacek Bak in Lemberg gegen die Ukraine, kommt es in Tirana zum Rieder-Duell zwischen Stürmer Hamdi Salihi (Albanien) und Verteidiger Martin Stocklasa (Liechtenstein).

Der Rapidler Markus Heikkinen steht im finnischen Aufgebot, das in Tampere Israel zu Gast hat. In Luxemburg, wo der Salzburger Bernhard Brugger als Referee fungiert, treten die Mazedonier mit den "Mattersburgern" Goce Sedloski und Ilco Naumoski an. Ungarn mit dem Salzburger Laszlo Bodnar im Kader tritt in Budapest gegen Montenegro an. (APA/Reuters)

 

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