Infineon-Chef: Chipbranche wird langsamer wachsen

19. August 2008, 11:56
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Zeiten zweistelliger Wachstumsraten in Halbleiterbranche vorbei - Infineon-Aktie am Dienstag unter größten DAX-Verlierern

Die Zeiten mit zweistelligen Wachstumsraten in der Halbleiterbranche sind nach Ansicht des neuen Infineon-Chefs Peter Bauer vorbei. Die ganz großen Sprünge werde es nicht mehr geben, sagte der Vorstandssprecher des Münchener Chipherstellers dem "Handelsblatt" (Dienstag). Hauptgrund dafür sei, dass Halbleiter mittlerweile in sehr vielen Produkten verbaut werden. Neues Wachstum zu generieren sei deshalb viel schwerer als in den letzten Jahrzehnten. Nach wie vor könne die Branche aber Jahr für Jahr um einen hohen einstelligen Prozentsatz zulegen, so Bauer: "Das ist nicht schlecht, es gibt kaum Industrien, die das schaffen."

Wichtige Automobilindustrie

Der Standort Deutschland sei derzeit nicht in Gefahr, da hier nach wie vor wichtige Kunden säßen, sagte Bauer. Ein wichtiges Standbein für Infineon sei zum Beispiel die Automobilindustrie. "In der Automobil- und Industrieelektronik ist der Leitmarkt Europa. Wenn der Standort Deutschland nachlassen würde in seiner Innovationskraft, dann würden wir das sehr wohl spüren. Aber bis jetzt gehe ich nicht davon aus, dass die Branche aus Europa verschwindet." Infineon verfügt auch in Villach in Kärnten über ein Chip-Werk.

Aktie rutscht ab

Die Papiere von Infineon Technologies haben am Dienstag den nach negativ aufgenommenen Aussagen zur Entwicklung der weltweiten Chipbranche zu den größten Verlierern im DAX gehört. Gegen 10.35 Uhr lag die Aktie des Halbleiter-Herstellers mit 5,65 Euro um 2,50 Prozent tiefer. Der deutsche Leitindex büßte zeitgleich 1,20 Prozent auf 6.355,71 Punkte ein. (APA/dpa)

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