Neuer Schritt in Richtung Frieden

19. August 2008, 11:45
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Somalische Regierung unterzeichnet in Dschibuti Friedensabkommen mit islamistischen Fraktionen

Dschibuti - Die von äthiopischer Militärhilfe abhängige somalische Regierung des Präsidenten Abdullahi Yusuf Ahmed hat nach Verhandlungen in Dschibuti ein weiteres Friedensabkommen mit islamistischen Fraktionen geschlossen, das einen Aufruf zur Ablösung der äthiopischen durch UNO-Truppen enthalten soll. Das Abkommen hat, wie am Dienstag aus Konferenzkreisen verlautete, zur Spaltung der im Vorjahr in Asmara in Eritrea gebildeten antiäthiopischen "Allianz für die Wiederbefreiung Somalias" (ARS) geführt, deren radikale Teile den Vertrag ablehnen. Frühere in Dschibuti getroffene Vereinbarungen waren wirkungslos geblieben.

"Zügellose Kriegsverbrechen"

In der vergangenen Woche waren in der Hauptstadt Mogadischu annähernd somalische 50 Zivilisten durch äthiopischen Beschuss getötet worden. Internationale Menschenrechtsorganisationen haben den Konfliktparteien "zügellose Kriegsverbrechen" vorgeworfen: Die äthiopischen Truppen und ihre somalischen Verbündeten seien ebenso wie die Islamisten verantwortlich für "massives Leiden der Zivilbevölkerung". Die Milizen des sogenannten Rates der Islamischen Gerichte hatten Mogadischu beim Herannahen der äthiopischen Panzer im Dezember 2006 aufgegeben. Das rigorose Vorgehen der Äthiopier ohne Rücksicht auf Zivilisten, wie auch der Einsatz schwerer Waffen in Wohngebieten Mogadischus, trugen zur Radikalisierung bei. Über eine halbe Million Menschen wurden in die Flucht getrieben.

Ban gegen Stationierung von Blauhelmen

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon hatte sich gegen eine Stationierung von Blauhelm-Soldaten der Vereinten Nationen in Somalia gewandt, dies wäre "keine realistische Option" und hätte keine Chance auf Erfolg. In dem ostafrikanischen Land herrscht seit 16 Jahren Bürgerkrieg. Die Islamisten, die Waffenhilfe aus Saudi-Arabien, Jemen und Eritrea erhalten, hatten Mogadischu und große Teile Somalias ein halbes Jahr beherrscht, nachdem es ihnen gelungen war, die von den USA unterstützte Warlord-Allianz zu schlagen, deren Führer nunmehr in der Übergangsregierung sitzen. Die Warlords hatten nach dem Sturz des Diktators General Mohammed Siad Barre 1991 Chaos und Anarchie in dem Land am Horn von Afrika verbreitet.

Ein einheimischer Mitarbeiter des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen (WFP) und sein Fahrer sind unterdessen im Süden Somalias getötet worden. Das WFP hilft rund 2,3 Millionen Menschen in Somalia. (APA/Reuters)

 

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