Peking und die Ente

20. August 2008, 13:30
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Das "Welt-Menü" in der Olympiadorf-Kantine besteht aus mehr als 800 Rezepten - Besonders beliebt ist die Peking-Ente: Ihr Genuss könnte aber für positive Doping-Tests sorgen

Peking - Die Zahlen sind beeindruckend: 16 Tonnen Peking-Ente, fast eine Million Bananen und über 800.000 Eier bekommen AthletInnen, TrainerInnen und MedienvertreterInnen aus aller Welt während der Olympischen Spiele und der Paralympics serviert. "Mit rund 3,5 Millionen Mahlzeiten ist es unser bisher größter olympischer Einsatz", verkündete ein Sprecher des US-Konzerns Aramark, der bereits zum 14. Mal für das Catering bei den Spielen verantwortlich ist.

Fast 7.000 Manager, Chefköche und Angestellte wirbeln in Peking hinter den Tresen im olympischen Dorf, in zwei Medien-Zentren sowie zwei Medien-Dörfern. Laut Aramark hat die Kantine im olympischen Dorf die Größe von etwa drei Fußballfeldern, gleichzeitig könnten dort bis zu 6.000 Hungrige einen Platz finden.

Mehr als 800 Rezepte

Mehr als 800 Rezepte seien für das Olympia-"Welt-Menü" ausgewählt worden, so der Firmen-Sprecher weiter. Zur mediterranen Küche gehören beispielsweise italienische, griechische, aber auch nordafrikanische Spezialitäten. Für vegetarische und koschere Kost ist ebenfalls gesorgt. Das Motto der Caterer: "Vielfalt, gesundes Essen und einen Geschmack, den Athleten und Offizielle aus der Heimat gewohnt sind."

Einer besonders großen Beliebtheit erfreuen sich die traditionellen Peking-Enten, allein im Olympischen Dorf werden täglich bis zu 600 Stück verputzt. "Um die Versorgung mit dieser Delikatesse sicherzustellen, haben wir uns entschieden, die tägliche Lieferung von 300 auf 600 zu verdoppeln", zitierte vor wenigen Tagen die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua Dorfsprecherin Deng Yaping.

Doping-Probleme

In Hinblick auf mögliche Doping-Probleme nach dem Genuss von einer fetten Peking-Ente oder einer hoch gezüchteten Hühnerbrust hatte es im Vorfeld der Olympischen Spiele heftige Diskussionen gegeben. So warnte der frühere Direktor des chinesischen Doping-Kontrollzentrums, Yang Shumin, schon vor längerem davor, dass chinesisches Fleisch so viel Anabolika enthalte, dass die Möglichkeit einer positiven Kontrolle bestehe. Tatsächlich werden in Chinas Viehzucht verbreitet Wachstumshormone oder Antibiotika eingesetzt. (APA/dpa)

 


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    Im Olympischen Dorf müssen täglich bis zu 600 Peking-Enten daran glauben.

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