Keine Wettfahrten von Tornado und Star

19. August 2008, 10:35
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Windbedingungen verhinderten am Dienstag Austragung dieser Segelbewerbe - Öster­reichische Teams hoffen auf Nachtrag - Gold an Goodison und Tunnicliffe in Laser-Klassen

Die Entscheidung, die für Dienstag geplanten Wettfahrten der Tornado- und Starklasse bei der olympischen Regatta vor Qingdao abzusagen, ist richtig gewesen. Gleichzeitig müssen die Doppel-Olympiasieger Roman Hagara und Hans Peter Steinacher aber darauf hoffen, dass am Mittwoch gesegelt werden kann, denn sonst verpassen die derzeit an 11. Stelle liegenden Österreicher bei ihrem Karriereende das Medal Race der Top Ten. Dasselbe gilt für Hans Spitzauer/Christian Nehammer, die nach ebenfalls sieben Wettfahrten auf Platz 13 zu finden sind.

"Eine gute Entscheidung"

Die achten Wettfahrten sind in beiden Klassen gestartet, aber abgebrochen worden. "Auf dem dritten Kreuzkurs ist der Wind von der anderen Richtung gekommen, dann hat der Wettfahrtleiter ein Einsehen gehabt und das Ganze abgebrochen. Immerhin einmal eine gute Entscheidung", meinte Hagara anerkennend. "Es hätte das ganze Ergebnis umgedreht, denn der Wind wäre dann für die Hinteren gekommen, und die, die vorne gesegelt sind, wären dann hinten gewesen. Und so soll es ja eigentlich nicht sein", machte der Wiener deutlich, dass vor der chinesischen Küste den Wind betreffend viel nicht mit rechten Dingen zugeht.

"Es wäre am Schluss irregulär geworden", bestätigte auch Vorschoter Steinacher. Dass die Wettfahrt abgebrochen wurde, war mit Wohlwollen, aber auch mit Überraschung zur Kenntnis genommen worden. "Normalerweise hat die ISAF die Richtlinien ausgegeben, dass keine Wettfahrt abgebrochen werden soll, es sollen nur immer die Bojen dem Wind angepasst werden. Aber heute hat er Einsicht gehabt und gemerkt, das macht keinen Sinn so", erzählte der Zeller. Die Sicht war auch nicht gerade berauschend, das ganze Revier war in Nebel und Dunst gehüllt.

Fällt auch das Tagwerk am Mittwoch den Windbedingungen zum Opfer, dann bleibt das Ergebnis wie es derzeit auf der Liste steht, und die besten Zehn segeln am Donnerstag um die Medaillen. Eine Mindestanzahl an absolvierten Wettfahrten gibt es bei Olympia nicht, theoretisch und laut Reglement - das, wie man an der 49er-Entscheidung merkt, aber Schlupflöcher hat - würde eine einzige reichen, um zu einer Entscheidung zu kommen. Müssten Hagara/Steinacher bei der finalen Wettfahrt zusehen, wäre dies ein bitterer Karriereausklang für die verdienstvollen rot-weiß-roten Sportler.

Das Kreuz mit dem Wind

Deshalb lebte die Hoffnung auf Mittwoch: "Dass drei Wettfahrten sind und wir ins Medal Race kommen. Und dann werden wir sehen, wie es mit den Punkten ausschaut." Gedanken machte sich der Steuermann auch wegen des Wetterberichtes, die Meteorologen haben es dieser Tage auch nicht gerade leicht: "Wir werden uns den Wetterbericht anschauen und dann sehen, was die Realität auf dem Wasser ist. Der Wind, der heute auf der dritten Kreuz reingekommen ist, der ist überhaupt nicht in unseren Optionen drinnen gestanden."

Der Stand in den beiden Klassen mit österreichischer Beteiligung ist also unverändert. Im Tornado führen die Spanier Fernando Echavarri/Anton Paz (20 Punkte) vor den Australiern Darren Bundock/Glenn Ashby (20) und den Griechen Iordanis Paschalides/Konstantinos Trigoni (32). Hagara/Steinacher fehlen auf Bronze 17 Punkte und auf das Medal Race ein Zähler. Im Star liegt das schwedische Team Frederik Loof/Anders Eckström (23) voran, Spitzauer/Nehammer müssten auf Bronze 25 Punkte aufholen und auf die finale Wettfahrt 5.

In den zwei Medaillenentscheidungen am Dienstag, die planmäßig durchgeführt wurden, gingen die Titel an den Briten Paul Goodison im Laser und die US-Amerikanerin Anna Tunnicliffe im Laser Radial. Der 30-jährige Goodison setzte sich vor dem Slowenen Vasilij Zbogar und dem Italiener Diego Romero durch. Es war das dritte Segel-Gold in China für Großbritannien, der Österreicher Andreas Geritzer hatte es als 19. nicht in das Medal Race geschafft. Die 26-jährige Tunnicliffe gewann vor Gintare Volungeviciute aus Litauen und der Chinesin Xu Lijia.  (APA)

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    Hagara/Steinacher packen zusammen.

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