Vom Lehrling zum Studenten

9. September 2008, 16:09
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Nach 16-jähriger Tätigkeit als Betriebselektriker studiert Franz Limberger seit kurzem - Der Weg dorthin war ein mühsamer - Ein Erfahrungsbericht

16 Jahre im selben Unternehmen zu arbeiten ist heute die Ausnahme - wenn man 32 Jahre jung ist, kommt es einer Rarität nahe. Franz Limberger arbeitete sein halbes Leben lang im Kirchdorfer Zementwerk Hofmann GesmbH als Betriebselektriker.

Unzählige Kilometer

Nach seiner Lehre machte der Kirchdofer den Werkmeister für industrielle Elektronik, wofür er drei Mal pro Woche abends nach Linz pendelte. 360 Kilometer jede Woche mehr auf dem Tachometer, alleine für Weiterbildungszwecke. Unternehmer- und Konzessionsprüfung für Elektrotechnik folgten, "so halte ich mir den Weg in die Selbstständigkeit offen", sagt Limberger.

Vollzeitjob und Abendkurse

Die absolvierten Kurse waren dem Elektrikermeister aber bald zu wenig und so fasste er den Entschluss, neben seiner 38,5 Stunden-Woche die Matura nachzumachen. Mit Erfolg: 2007 legte der 32-Jährige die Berufsreifeprüfung ab und studiert seit Herbst vorigen Jahres Mechatronik an der Johannes Keppler Universität Linz.

Mit der Unterstützung seines Arbeitgebers konnte er nicht rechnen, dafür zeigten einige Kollegen ihre hilfsbereite Seite: "Ein Arbeitskollege hat meinen Bereitschaftsdienst abends übernommen. Ohne seine Hilfe hätte ich die Kurse für die Berufsreifeprüfung, die ebenfalls abends stattfanden, nicht besuchen können", meint Limberger.

Bildung für die Zukunft

Der Mühe wert war - beziehungsweise ist - der Weiterbildungs-Trip auf jeden Fall. "Es ist einfach ein gutes Gefühl, für die Zukunft etwas in der Tasche zu haben. Und Bildung kann einem niemand mehr wegnehmen", sagt der Uni-Neuling. Neben der zukunfssichernden Komponente, kann er durch das Studium seinem eigentlichen Interesse, das der Elektronik gilt, nachgehen.

Die ersten wohlverdienten Sommerferien verbringt Limberger übrigens anders als vermutet: Der Elektriker mit 16-jähriger Arbeitserfahrung arbeitet während der Sommermonate als Urlaubsvertretung im Elektrobetrieb seiner Lebensgefährtin. (urs, derStandard.at, 22.09.2008)

  • Franz Limberger schaffte durch berufsbegleitende Weiterbildung den Sprung vom Lehrling zum Studenten.
    derstandard.at/schersch

    Franz Limberger schaffte durch berufsbegleitende Weiterbildung den Sprung vom Lehrling zum Studenten.

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