"Del Piero herausragend und genial"

19. August 2008, 10:33
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"Die Seele" von Juventus soll auch im Team von Marcello Lippi eine tragende Rolle spielen - Juve-Trainer Ranieri gerät ins Schwärmen

Alessandro Del Piero ist als Weltmeister 2006 und Rekord-Spieler und -Torschütze von Juventus Turin eine der schillerndsten Persönlichkeiten des italienischen Fußballs. Del Piero stellt seine Klasse auch mit 33 Jahren noch eindrucksvoll unter Beweis, als amtierender Serie-A-Torschützenkönig ist der Stürmer aus Marcello Lippis Kader fürs freundschaftliche Länderspiel am Mittwoch um 20.45 Uhr (live ORF 1) in Nizza gegen Österreich nicht wegzudenken.

Claudio Ranieri, Del Pieros und seit Sommer auch Alexander Manningers Trainer bei Juventus, schwärmt in allerhöchsten Tönen über die aktuelle Form des seit 1993 bei der "Alten Dame" unter Vertrag stehenden Routiniers. "Del Piero spielt herausragend und genial. Del Piero ist die Seele dieser Mannschaft und er hört anscheinend nie auf, Überraschungen zu liefern. Und ich bin überzeugt, dass er es noch besser kann", meinte Ranieri angesichts der Leistung Del Pieros im ersten Pflichtmatch der Saison.

"Was für ein fantastisches Tor"

Im Drittrunden-Hinspiel der Champions-League-Qualifikation daheim gegen Artmedia Preßburg (4:0) hatte Del Piero mit einem Traumtor aus 20 Metern ins rechte Kreuzeck das 2:0 beigesteuert. "Was für ein fantastisches Tor. Mit einem Del Piero in dieser Form dürfen wir wirklich von einer großen Saison träumen", jubelte Juve-Präsident Giovanni Cobolli Gigli über die nicht zuletzt bei Standardsituationen brandgefährliche Symbolfigur der Schwarz-Weißen.

"In diesem Tor steckte auch sehr viel Wut, die sich in den vergangenen beiden Jahren aufgestaut hat. Denn in dieser Zeit haben wir die Champions League leider nur im TV verfolgen können", meinte Del Piero angesichts der schwierigen jüngsten Vergangenheit des Turiner Kult-Clubs. Del Piero hat praktisch seine gesamte Karriere als Nummer 10 von Juve verbracht, das ihn 1993 von Padua ins Team des damaligen Trainers Giovanni Trapattoni lotste.

1995, da schon unter Leitung des nunmehrigen Teamchefs Lippi, gewann Del Piero mit Juve den ersten Meistertitel und somit die erste Trophäe. Es sollten zahlreiche weitere Pokale folgen, u.a. der Champions-League-Triumph 1996, der Weltpokal-Sieg 1996 und vier weitere "Scudetti" (Meistertitel). Seine wohl beste Saison absolvierte Alex 1997/98, in der er mit zehn Treffern Schützenkönig der Champions League war und als Meister auch zu Italiens Fußballer des Jahres gewählt wurde.

89 Länderspiele, 27 Tore

Seitdem erlebte Del Piero (89 Länderspiele, 27 Tore) auch einige durchwachsene Jahre, wirklich von der Bildfläche verschwunden ist er aber nie. Und auch die Beliebtheitswerte bei den italienischen Fans blieben nicht zuletzt aufgrund seiner Bodenständigkeit konstant hoch. Dass der Sohn eines Elektroinstallateurs und einer Hausfrau noch für einen anderen Club als Juve spielt, scheint fast unmöglich. Als frisch gebackener Weltmeister 2006 - Del Piero erzielte unter Teamchef Lippi im Halbfinale gegen Deutschland das 2:0 und traf im Elferschießen des Finales gegen Frankreich - trat Del Piero mit Juve sogar den Gang in die Niederungen der Serie B an.

Dorthin war der italienische Rekordmeister als Folge des gewaltigen Manipulationsskandals strafversetzt worden. "Ein Kavalier verlässt seine Dame nicht", betonte Del Piero damals und versetzte damit die Juventus-Gemeinde in Verzücken. Gemeinsam mit weiteren Getreuen wie Gianluigi Buffon schafften Del Piero, der Torschützenkönig der Serie B wurde, und Juve den direkten Wiederaufstieg in die Serie A und dort gleich beim Comeback den für die Champions-League-Quali berechtigenden dritten Endrang. Und auch nach seiner aktiven Karriere soll der von den Juve-Fans zum "Fenomeno Vero" (Das wahre Phänomen) Geadelte dem Verein treu bleiben, ein Posten im Management ist bereits reserviert.

Zuvor will Del Piero aber auch mit dem Nationalteam noch einiges erreichen. "Das Match gegen Österreich ist unser Startschuss für die WM 2010 in Südafrika", meinte Del Piero vor dem freundschaftlichen Test am Mittwoch in Nizza gegen den ÖFB-Team. (APA)

 

 

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    Alessandro Del Piero (re), "Fenomeno Vero".

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