Erstmals Indigene zur Ministerin für indigene Völker ernannt

18. August 2008, 23:02
posten

Neuer Präsident Lugo betraut Margarita Mbywangi

Asuncion - Die Belange der Ureinwohner Paraguays sollen erstmals von einer Angehörigen dieser Volksgruppe vertreten werden. Die 46-jährige Margarita Mbywangi wurde am Montag vom neuen Präsidenten Fernando Lugo zur Ministerin für Angelegenheiten der indigenen Völker ernannt. Mbywangi, die derm Indigena-Ethnie der Ache angehört, wurde nach eigenen Angaben als Kind im paraguayischen Dschungel verschleppt und als Sklavin mehrfach an Großgrundbesitzer verkauft. Rund 90.000 Paraguayer gehören zu einer der rund 400 Ethnien des Landes.

Der frühere katholische Bischof Lugo vollzog damit nach seiner Amtseinführung vom vergangenen Freitag die Bildung seiner neuen Regierung, welche die 61 Jahre lange Herrschaft der konservativen Colorado-Partei in dem südamerikanischen Land beendet. Mbywangi versprach, sich für eine gerechte Landreform und den Schutz der Wälder einzusetzen.

Die Mutter von drei Kindern schilderte ihren Werdegang gegenüber dem Fernsehsender Kanal 2: "Als ich ein Kind war, vier Jahre alt, haben mich die Weißen aus dem Dschungel entführt, und ich wurde mehrfach an Familien von Großgrundbesitzern verkauft. Sie haben mich zur Schule geschickt. Deswegen kann ich lesen und schreiben." (APA/AP)

 

Share if you care.