Mann tötete Baby von Freundin aus "Überforderung"

18. August 2008, 19:39
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Er war über Unruhe des Kindes verärgert und attackierte es - Mutter und Freund berichteten im Krankenhaus von einem "Sturz"

Kalkar - "Situationsbedingte Überforderung": So erklärt die Polizei in der Kleinstadt Kalkar im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen, warum am Wochenende ein sechs Monate altes Baby von einem Mann getötet worden ist. Die Beamten nahmen den 36-jährigen Lebensgefährten der Kindesmutter am Sonntag fest.

Eine aufmerksame Ärztin hatte das Gewaltverbrechen entdeckt. Samstag früh waren die 22-Jährige, ihr Partner und das schwerverletzte Kind im Krankenhaus des nahegelegenen Kleve erschienen. Der Bub war bewusstlos und hatte "erhebliche Verletzungen", wie es im Polizeibericht lapidar heißt. Da das Kind letztendlich an einer "Sauerstoffunterversorgung" gestorben, also erstickt ist, ist von Würgemalen ebenso wie von Spuren von Schlägen auszugehen.

Denn solche Spuren muss das Kind aufgewiesen haben: Das Paar behauptete, diese stammten von einem Sturz des Kleinkindes. Eine Version, die die Medizinerin nicht glaubte - sie verständigte die Polizei, während der Bub mit dem Hubschrauber in ein Spital in Duisburg geflogen wurde, wo er am Samstagabend starb.


Geschichte von "Sturz"

Bei den Verhören durch die Polizei blieb der 36-jährige Verdächtige zunächst bei der Geschichte vom fatalen Sturz, ehe er den tatsächlichen Ablauf beschrieb. Seine Freundin, mit der der bisher nicht auffällig gewordene Mann seit fünf Monaten zusammenlebt, war Freitagabend außer Haus gegangen, um bis zum Morgen als Kellnerin zu arbeiten. Durch die Unruhe des Kindes verärgert sei er schließlich dazu übergegangen, das Baby zu attackieren. Als die Mutter des Buben zurückkam, fand sie das schwerverletzte Baby und brachte es in Krankenhaus. Ob sie den wahren Tathergang kannte, ist noch unklar. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 19. August 2008)

 

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