Amnesty International kritisiert Anti-Terror-Gerichte

18. August 2008, 19:06
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Hunderte von Menschen ohne Anklage festgehalten

Nairobi/Khartum - Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat am Montag die Anti-Terror-Gerichte im Sudan scharf kritisiert. Hunderte von Menschen würden ohne Anklage festgehalten, bis ihnen dann wegen angeblicher Beteiligung an dem Rebellenangriff im vergangenen Mai vor diesen "Scheingerichten" ein "unfairer" Prozess gemacht werde. Erst am Sonntag waren acht angebliche Rebellen aus der Region Darfur zum Tode verurteilt worden. Die Verurteilten gehören zur Bewegung Gerechtigkeit und Gleichheit (JEM) um Rebellenführer Khalil Ibrahim.

Bei dem Anschlag am 10. Mai in Omdurman, einer Nachbarstadt der Hauptstadt Khartum, waren mehr als 200 Menschen getötet worden. Nach dem Angriff waren in Khartum hunderte Rebellenanhänger und angebliche Sympathisanten verhaftet worden.

Mehr als 100 Menschen seien derzeit in Verfahren vor den Anti- Terror-Gerichten angeklagt, hieß es in einer Erklärung des Vize- Direktors von Amnesty für Afrika, Tawanda Hondora. Der Aufenthaltsort vieler Festgehaltener sei unklar, es gebe Berichte über Folter und Exekutionen. Im Zusammenhang mit dem Angriff hätten die Gerichte bisher fast 40 Menschen zum Tode verurteilt. Die sudanesischen Anti- Terror-Gerichte seien eine reine Farce. "Diese Prozesse sind eindeutig unfair." (APA/dpa)

 

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