Gasprom holt finnischen Ex-Premier

18. August 2008, 19:03
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Der russische Staatskonzern engagiert erneut einen Ex-Politiker als Lobbyisten für das Pipeline-Projekt North Stream

Moskau - Der russische Staatskonzern Gasprom engagiert erneut einen Ex-Politiker als Lobbyisten für das ins Stocken geratene Pipeline-Projekt North Stream. Der frühere finnische Premierminister Paavo Lipponen soll für North Stream als "unabhängiger Berater" für die ausständigen Genehmigungsverfahren fungieren.

Damit ist der 2003 zurückgetretene Lipponen bereits der dritte Politiker, der für Gasprom in die Bresche springen soll. Der deutsche Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder ist seit 2006 Aufsichtsratsvorsitzender von Nord Stream. Dem früheren italienischen Premierminister Romano Prodi wurde ein Job bei South Stream angeboten. Prodi lehnte jedoch ab.

Die 1200 Kilometer lange und mehr als sieben Milliarden Euro teure Pipeline soll von Wyborg an der russischen Ostseeküste nach Greifswald in Deutschland verlaufen und 2011 in Betrieb gehen. Im Vollausbau ist eine Kapazität von jährlich 55 Milliarden Kubikmeter vorgesehen. Proteste der Anrainerstaaten verzögerten das Projekt. Polen, Litauen und Estland sind gegen das Projekt, da ihnen durch die Unterwasserpipeline Transitgebühren entgehen. Schweden fürchtet Umweltschäden. Und in Finnland fehlen bislang Erfahrungen mit den Genehmigungsverfahren. (ved, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 19.8.2008)

 

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