LKH Klagenfurt: Vorwürfe gegen kaufmännischen Direktor konkretisiert

18. August 2008, 18:59
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Kabeg-Anwälte sprechen von "schwersten handelsrechtlichen Verfehlungen" und Verdacht der Untreue

Klagenfurt - Der Kabeg-Vorstand Dieter Mandl hat am Montag vor Journalisten erste Ergebnisse der Sonderprüfung bezüglich des LKH Klagenfurt vorlegen lassen. Damit soll die Abberufung des kaufmännischen Direktors Herwig Wetzlinger und dessen Stellvertreterin Claudia Scharm-Groicher sowie des medizinischen Direktors Thomas Koperna gerechtfertigt werden. Die Kabeg-Anwälte sprechen von "schwersten handelsrechtlichen Verfehlungen" Wetzlingers, zudem bestehe der Verdacht der Untreue.

Dieser Verdacht sei so konkret, dass man am Dienstag die Staatsanwaltschaft einschalten werde, sagte Rechtsanwalt Christian Kleinszig. Wetzlinger, so der Vorwurf, habe einen Sondervertrag mit einem Vertragsbediensteten abgeschlossen, der diesem für die Projektleitung beim LKH neu 10.000 Euro mehr pro Jahr eingebracht habe als nach dem Besoldungsrecht vorgesehen. Zudem soll Wetzlinger Vereinbarungen über Beraterverträge im Ausmaß von mehreren 100.000 Euro ohne Direktoriumsbeschluss und ohne Wissen der Kabeg und deren Aufsichtsgremium getroffen haben.

Die Bilanzen 2004 bis 2007 würden "erhebliche Fehler bzw. Mängel" enthalten, sagte Mandl. Man habe auch zwei Vergaben beim Neubau des Spitals "willkürlich ausgewählt" und geprüft und habe schwere Verstöße gegen das Vergaberecht feststellen müssen. Auch die beanstandeten Sonderverträge mit Mitarbeitern habe man nach dem Zufallsprinzip ausgesucht. Mandl stellte auch Schadenersatzansprüche gegen "die Verantwortlichen" in den Raum.

Wetzlinger werden - formuliert durch die Anwälte - zudem grobe Fehler in der Führung vorgeworfen. Gleiches gelte auch für den medizinischen Direktor Thomas Koperna. Diesem wirft Rechtsanwalt Christian Puswald zudem vor, als Mittäter bei der Herstellung von "Lugurkunden" gewirkt zu haben. Koperna und Wetzlinger hätten einstimmige Direktoriumsbeschlüsse vorgetäuscht, obwohl der Pflegedirektor seine Zustimmung nicht erteilt habe, sagte Puswald. Scharm-Groicher wiederum wird vorgeworfen, sie habe die von Mandl eingesetzte Nachfolgerin Wetzlingers als Verwaltungsdirektorin "physisch am Betreten des Büros gehindert". (APA)

 

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