Jede Menge Kinder, jede Menge Semmelknödel

18. August 2008, 18:56
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    In den nordslowakischen Dörfern sind sechs Kinder pro Familie nichts Besonderes.

Der katholischen Kirche und der Tradition sei Dank: In der slowakisch-polnischen Grenzregion hält der Kinderboom seit Jahrzehnten an

Die Verkäuferin im Lebensmittelgeschäft im Dorf Rabèa, an der slowakisch-polnischen Grenze, wirkt so, als müsse sie sich ein wenig schämen: Sie hat "nur" drei Kinder, erzählt sie. Das absolute Minimum hier in der Gegend. Es sei hier nichts Ungewöhnliches, fünf bis acht Kinder in einer Familie zu haben. Entlang der 547 km langen Grenze wimmelt es auf der slowakischen Seite nur so von wunderschönen, kleinen Ortschaften.

Und genau in diesen Dörfern gibt es die höchste Geburtenrate in der ganzen Slowakei. "Vielleicht sogar in ganz Europa", betont der slowakische Journalist Ján Dzúr, der die Gegend sehr gut kennt. Der Rückgang der Kinderzahlen, ein gesamteuropäischer Trend, traf diese Gegend fast gar nicht. Die Geburtenrate liegt 3,2 Prozent über dem Landesdurchschnitt.

Für den Kinderreichtum sind vor allem die Kirche und die Tradition verantwortlich. Zur katholischen Kirche bekennen sich hier immerhin mehr als 90 Prozent der Einwohner.

"Das Sexualleben war immer schon weit mehr eine Frage der Fortpflanzung, als eine Frage der Lust", erzählt Vojtech Magurský, der früher in der Region als Frauenarzt gearbeitet hat. Schon Anfang der 1970er propagierte er Verhütung. Erfolgreich war er jedoch nur bei zwei bis drei Prozent seiner Patientinnen. Genauso kommt für die meisten Frauen Abtreibung nicht infrage. "Für sie ist es natürlich, gleich nach der Eheschließung Kinder zu bekommen und als Hausfrau zu arbeiten. Sie betrachten es nicht als Unrecht, sich nur an der Familie zu orientieren", stellt Magurský fest.

Die Tradition wird natürlich auch durch die Kirche verstärkt: Nicht einmal der Kommunismus und das offizielle Religionsverbot konnten die Überzeugungen der Menschen erschüttern.

Der Babyboom fing bereits in den 50ern an. Er hing auch mit dem Industriewachstum der Nachkriegszeit zusammen: Damals wurden neue Fabriken gegründet, viele Arbeitsstellen entstanden, und neue Familien bekamen staatliche Unterstützung. Darum ist man hier auch bis heute überzeugt, im Kommunismus besser gelebt zu haben.

Zu viel Mutterschaftsurlaub

"Jeder hatte Arbeit und Sicherheit", sagt Viera Tarcáková aus dem Dorf Oravská Polhora. "Keiner machte sich damals Gedanken, wenn wieder ein neues Kind in die Familie kam." Sie selber ist die Mutter von zehn Mädchen und vier Jungs. Im Durchschnitt bekam sie den Nachwuchs alle zwei Jahre. Keines der Kinder war geplant, alle "kamen" nur, erzählt sie.

Eine gelernte Näherin erzählt, sie möchte schon in die Arbeit, weil sie im Grunde nichts Anderes als Mutterschaftsurlaub kenne. Die Überforderung ist doch viel zu groß. "Die ganzen Jahren stehe ich nur in der Küche", sagt sie. Ihr Mann nimmt jede Arbeit an, die man ihm gibt - egal ob als Hilfskraft am Bau oder als Waldarbeiter. Die Menschen leben hier sehr bescheiden, zum Essen gib es am häufigsten Kraut oder Kartoffeln.

Die ehemalige Krankenschwester und Hebamme Mária Surovcíková erzählt, dass trotz der hohen Kinderzahl die hiesige Population ungewöhnlich gesund sei. In den vergangenen 40 Jahren half sie bei der Geburt von rund 100 Kindern pro Jahr - kein Kind und keine Mutter starben jemals bei einer Geburt. Die Geburtenzahl habe erst Anfang der 1980er etwas zu sinken begonnen, sagt sie. Statt acht bis zehn Kinder pro Familie, seien heute drei bis fünf die Regel.

"Zum Mittagessen koche ich ungefähr 50 Semmelknödel und so viel Fleisch, wie in einen Sieben-Liter-Topf passt", sagt Marta Majkútová, die Mutter von acht Kindern. Ursprünglich lebte sie in der Stadt, aber ihr Mann wollte unbedingt nach Biela Orava, einem weiteren Dorf in der Grenzregion, ziehen.

Sie erzieht ihre Kinder alleine, den ihr Mann arbeitet in der Südslowakei und kommt nur einmal im Monat nach Hause. Auf die Frage, ob ihr etwas fehle, hat sie eine recht einleuchtende Antwort: "Mir fehlt die Zeit, um mir das zu überlegen." (Lýdia Kokavcová, DER STANDARD, Printausgabe, 19.8.2008)

 

 

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22 Postings
ovejita
02
20.8.2008, 23:41
ein katastrophal geschriebener artikel

liest sich wie eine schlechte Übersetzung oder eine märchenstunde - auch inhaltlich nicht gerade der Knüller - die hier beschrieben Ortschaften liegen noch dazu alle in der West/Mttelslowakei, in der Nordostslowakei, auch Grenzgebiet zu Polen sieht es anders aus - dort gibt es zwar einige Roma (wenn auch weniger als in der südlichen Ostslowakei), die die Geburtenrate nach oben treiben, aber sonst ist dieser Streifen eher verlassen - junge Familien wandern ab in die Städte, denn Arbeit gibt es in den Dörfern der Nordostslowakei (kenn mich nur dort ein bißchen aus) praktisch keine.
Schlecht recherchiert, schlecht geschrieben - schade, die meisten Artikel zur Slowakei sind sonst eigentlich recht interessant und auch gut geschrieben.

Ammerer Florian
 
03
20.8.2008, 09:21
Tja, mal überlegen

Hmm diese "archaische" Großfamilien sind für die Zukunft vielleicht besser gerüstet als die "aufgeklärten" Westeuropäer.
Während in Österreich in ferner Zukunft das Sozialsystem, insb. das Pensionssystem unausweichlich kollabieren wird, können sich diese Leute auf den Rückhalt einer intakten Großfamilie stützen.
Mehrere junge Erwerbstätige stützen und betreuen die nicht mehr Arbeitenden Eltern und Großeltern.

Irgendwie sehe ich die Zukunft schon vor mir, die, die heute in Österreich jung sind werden irgendwann in verfallenen Massenpflegeheimen enden, es sei denn sie verlassen sich NICHT auf den Sozialstaat.
Und ob es den Leuten nun passt oder nicht, die beste
soziale Absicherung ist die Familie wenn Vater Staat versagt

Joseph EU
00
25.3.2009, 10:49
Lesens doch ein bisserl....

"neue österreichische Heimatliteratur" wenn sie Sehnsucht nach der guten alten Zeit (bis in die späten 50er am Land) haben....mein Gott muss das schön sein in voraufklärerischer Zeit....

Dagmar Rehak
 
11
20.8.2008, 20:18
Nicht nur.

Eine große Fortpflanzungsfreude ist auch immer ein Zeichen, dass sich die Menschen wohl fühlen.

Mormoloc
00
26.8.2008, 15:15
Harhar... darum also haben die Leute in Slums so viele Kinder - das Leben ist so schön.

Ja klar, ja, mhmmmm...

Dagmar Rehak
 
00
26.8.2008, 21:45
Gut möglich.

Schließlich gibt es in Slums viel mehr Zusammenhalt.

Mormoloc
00
27.8.2008, 11:24
Wie gut... hat also nichts mit Armut und Analphabetismus zu tun...

Dagmar Rehak
 
00
27.8.2008, 21:41
Nein, sicher nicht.

Diese Annahme ist nur eine Sozialpornowixvorlage von unfruchtbaren Lesenkönnern und Geldhabern.

Mormoloc
10
30.8.2008, 11:43
Das haben Sie jetzt schön gesagt. Jetzt rasch zur katholischen Kirche mit ihren Ansichten... die haben Bedarf an jeder Menge kleiner Buben... dieses Vixxen geht ja auf die Dauer echt nicht.

Mormoloc
00
25.9.2008, 14:47
Die haben ECHT Bedarf...

charly K.
00
19.8.2008, 16:53
jede Menge Kinder ....

Bedeutet das, daß ich mir jetzt das Viagra sparen kann und dafür mehr Semmel(n)knödel(n) essen sollte?

s v
00
19.8.2008, 13:16
Kindersegen!

Gibts was schöneres?? ;)

Dagmar Rehak
 
33
19.8.2008, 00:28
Schön!

Hoffentlich wird dieses Paradies nicht vom Zeitgeist eingeholt.
Wenn ich einmal auswandern sollte, weiß ich, wohin.

Tethys
12
19.8.2008, 13:46

Ich kann kein Paradies erkennen - weder hier noch dort.

Dagmar Rehak
 
00
19.8.2008, 22:49

Ich schon.

Mormoloc
00
26.8.2008, 13:35
Woolen Sie sechs Kinder haben?

Dagmar Rehak
 
00
26.8.2008, 22:00
Ja.

Gern sogar mehr.

Mormoloc
00
27.8.2008, 11:24
Na, dann legen Sie los. Oder ziehen Sie doch gleich dorthin, das paßt dann schon.

Joseph EU
00
25.3.2009, 10:45
Genau das wollte ich auch vorschlagen, ziehen sie hin ....

und züchten sie, was das Zeug hält !!! Eine wuuuuunderschöne Grossfamilie, patriachale Verhältnisse, keine Gnade mit Abweichlern, vielleicht wären sie im Bible-belt oder in Utah vielleicht noch sogar besser aufgehoben ????
BTW sollen wir dann alle in Sack und Asche gehen oder sollen wir den Planeten noch mehr ausbeuten damit er noch früher kollabiert ????

Regieren Willi
00
18.8.2008, 23:48

Die denken tatsächlich, dass sie im Kommunismus besser gelebt haben? Wie naiv! Wir Österreicher wissen das wohl besser - unsere soziale Marktwirtschaft ist nicht zu übertreffen!

Joseph EU
00
25.3.2009, 10:47
Ach geh Herr Oberkommunist .........

hätt ma auch gern ghabt so ein bissal Kommunismus, was hätten sie denn dann gmacht ? Staatssicherheit ??? One way tickets nach Sibierien vergeben ???

Floh_
 
01
19.8.2008, 08:20
mag ja sein...

aber zufriedener sind die Leute hier deshalb auch nicht....

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