Leerraum hinter leerem Haus

19. August 2008, 09:37
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Mitte der Neunzigerjahre setzten Veranstalter große Hoffnungen in das Loch unter der Brücke neben der Müllver-
brennung Spittelau

Heute ist der Tunnel vergessen. Dabei setzten Mitte der Neunzigerjahre Veranstalter wie Stadt große Hoffnungen in das Loch unter der Brücke neben der Müllverbrennungsanlage Spittelau. Der hinter der Stadtbahntrasse versteckte Tunnel galt nämlich als Hoffnungsträger der damals noch jungen Clubszene. Schließlich versprach er Partyraum ohne Anrainer(probleme).

Die Stadt lobte also einen Wettbewerb aus, präsentierte einen Sieger - und betonte, wie toll das Konzept das da erst geplante Haus von Zaha Hadid ergänze. Von da an hörte man nie wieder vom Tunnelprojekt.

Der Grund, erinnert man sich heute bei der damals siegreichen Eventgruppe "Sunshine", war just das leere Haus vor der nun zugemauerten Leere: Der Tunnelausbau sollte aus bautaktischen und -technischen Gründen erst nach dem Haus kommen. "Sunshine" wartete. Und wartete. Der Stadt war das dann wohl peinlich: Man ließ "Sunshine" anderswo clubben. Zuerst in der "Meierei". Dann in der "Passage" unter dem Ring: Wiens schickster Club in bester Lage. Verständlich, dass "Sunshine" heute nicht mehr an den Tunnel denkt. Aber da ist er trotzdem immer noch. (rott/DER STANDARD, Printausgabe, 19. August 2008)

 

  • Tunnel ohne Sunshine.
    der standard/andy urban
    Tunnel ohne Sunshine.
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