Wiederaufnahme der Verhandlungen um AKW-Verkauf

18. August 2008, 18:02
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Britische Regierung hofft weiter auf Übernahme von British Energy durch den EdF-Konzern

London - Die britische Regierung setzt weiterhin große Hoffnungen auf die Übernahme des Atomkraftwerk-Betreibers British Energy (BE) durch den französischen EdF-Konzern. "Das wäre im Interesse beider Firmen sowie beider Regierungen", so ein Beobachter. Ein Kaufangebot über 12 Mrd. Pfund, das Wirtschaftsminister John Hutton als "guten Deal" bezeichnet hatte, war wie berichtet zu Monatsbeginn am Einspruch zweier Groß-Aktionäre gescheitert.

Die Labour-Regierung wünscht sich den raschen Bau neuer Atommeiler. Sie sollen die 16 überwiegend veralteten und störanfälligen Reaktoren ersetzen, die derzeit im Volllastbetrieb knapp 20 Prozent des britischen Strombedarfs erzeugen. BE verfügt über gute Standorte, besitzt aber weder genug Expertise noch genug Mittel, um aus eigener Kraft zu bauen. Weil die Regierung EdF als besten Partner sieht, drängen Schatzkanzleramt und Wirtschaftsministerium das BE-Management zu neuen Verhandlungen. Von einem höheren Kaufpreis würde der Steuerzahler profitieren: Der Staat hält 35,2 Prozent. (Sebastian Borger, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 19.8.2008)

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