Die große Isinbajewa-Show

18. August 2008, 22:28

Russlands Überfliegerin meistert im Stabhoch­sprung 5,05 Meter - Weltrekord im letzten Versuch - 18-jährige Kenianerin Jelimo in fabelhafter Zeit zum 800-m-Titel

Peking -  Jelena Isinbajewa ließ sich nicht lumpen. 5,05 Meter übersprang die Russin im Stabhochsprung - Weltrekord Nummer 24 und überlegenes Olympia-Gold. Die Russin verwandelte die Leichtathletikbewerbe in der Pekinger Nacht zu ihrer großen Show und verteidigte den Titel mit der ihr eigenen Grandezza. Mit himmelweitem Abstand belegten die US-Amerikanerin Jennifer Stuczynski (4,80) und die Russin Swetlana Feofanowa (4,75) die Plätze.

Besonders beflügelt hatte Isinbajewa eine gehässige Ansage Stuczynskis: "Ich hoffe, ich kann in Peking in einen russischen Hintern treten." Die Wolgograderin zeigte der Großmäuligen die kalte Schulter und gab die sportliche Antwort. Erst bei 4,70 Metern stieg sie in den Wettkampf ein. Mit ihrem zweiten Sprung über 4,85 Meter war Isinbajewa, die himmelblaue Schuhe mit goldenen Streifen trug, schon Olympiasiegerin. Die Aussicht auf Solo im "Vogelnest", wo zu diesem Zeitpunkt kein anderer Bewerb mehr im Gange war, war aber Ansporn genug,  um die Weltrekordhöhe auflegen zu lassen. Isinbajewa, die frühere Kunstturnerin, hüllte sich zunächst in eine Daunendecke und katapultierte sich dann hellwach in die Höhe. "Ich habe mich wie eine Sängerin gefühlt, die allein vor ihrem Publikum stand", sagte sie.

Nach den Spielen will die zweifache Weltmeisterin ihre Weltrekordjagd fortsetzen und das zweite Olympia-Gold versilbern. "Mein Ziel sind 35 Weltrekorde, wie sie Sergej Bubka geschafft hat", sagte die im Steuerparadies Monaco lebende Athletin. Und dann folgte eine ordenliche Ansage: "Ich denke, dass ich bald Höhen von 5,15 bis 5,20 Meter springen kann."

2006 hatte Isinbajewa den Trainer gewechselt und begann die Zusammenarbeit mit Vitali Petrow, dem Ex-Trainer von Bubka. Und zwar wieder bei null. "Sie konnte schon gut springen.  Wir haben  uns erst auf den Anlauf konzentriert, im darauffolgenden Jahr auf den Absprung", sagte Petrow. Fast außer Konkurrenz anzutreten, findet sein Schützling überhaupt nicht langweilig: "Ich liebe es an der Spitze zu sein und möchte es so lange wie möglich bleiben. Ich verliere nicht gerne. Ich bin sehr stolz, und verlieren macht mich unglücklich."

Kratochwilowaeske Dimension

Das Hindernisrennen der Herren brachte mit dem Erfolg von Brimin Kipruto (8:10,34 Min.) einen kenianischen Sieger, den siebenten für Kenia in Folge. Der Franzose Mahiedine Mekhissi-Benabbad (8:10,49) vermasselte den Ostafrikanern als Zweiter jedoch einen Doppelsieg. Dritter wurde Richard Mateelong (8:11,01). Titelverteidiger Ezekiel Kemboi (KEN) kam über Rang sieben nicht hinaus. Über 800 m der Frauen bestätigte die erst 18-jährige Kenianerin Pamela Jelimo ihre momentane Vormachtstellung und triumphierte in ausgezeichneten 1:54,87 Minuten (Juniorenweltrekord) klar vor ihrer Landsfrau und Weltmeisterin Janeth Jepkosgei sowie der Marokkanerin Hasna Benhassi.  Maria Mutola, die heuer ihre große Karriere beenden wird, wurde Fünfte. Sollte sich Jelimo entsprechend entwickeln, ist ihr sogar die Verbesserung des Weltrekords von Jarmila Kratochwilowa zuzutrauen. Er steht seit dem Jahr 1983 und galt bisher als unerreichbar.

"Ich habe alles gegeben und mir nichts vorzuwerfen", sagte Mutola nach ihrem letzten großen Auftritt und kommentierte den Sieg Jelimos kopfschüttelnd: "Für eine 18-Jährige ist sie sehr, sehr schnell." In die Rekordbücher geht die 35 Jährige aber selber ein. Sechs Teilnahmen an Sommerspielen, mehr schaffte nur eine Leichtathletin: die jamaikanische Sprint-Diva Merlene Ottey. Mutola gewann - als erste Sportlerin ihres Landes - Gold in Sydney 2000 und Bronze in Atlanta 1996. 2004 in Athen rannte sie auf Platz vier, 1992 in Barcelona wie nun in Peking wurde sie Fünfte.

Einen dreifachen Erfolg bejubelten die US-Läufer über 400 m Hürden. Angelo Taylor wiederholte seinen Erfolg von 2000 und gewann vor Kerron Clement und Bershawn Jackson. Sprintstar Usain Bolt überstand den Vor- und Viertelfinal-Lauf über 200 m mühelos. Der Weltrekordler über 100 m kam ebenso problemlos weiter wie Titelverteidiger Shawn Crawford und dessen US-Landsleute Walter Dix und Wallace Spearmon.

In Abwesenheit von Weltmeisterin Franka Dietzsch gewann Stephanie Brown Trafton Gold im Diskuswurf. Die US-Amerikanerin siegte mit einer Weite von 64,74 Metern vor der kubanischen WM-Dritten Yarelis Barrios (63,64). Bronze ging an die Ukrainerin Olena Antonowa (62,59). Irving Saladino aus Panama feierte im Weitsprung einen Favoritensieg, er gewann mit 8,34 Meter und holte das erste Leichtathletik-Gold für sein Land. Der Südafrikaner Godfrey Mokoena (8,24) gewann Silber, Bronze ging an den Kubaner Ibrahim Camejo (8,20). (red/APA)

 

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 41
1 2
das leheub
00
20.8.2008, 19:53
eins steht fest

als frau, freundin, liebhaberin, whatever... kommen für mich nur noch leichtathletinnen in frage.

pipi pipifax
13
20.8.2008, 14:59

oje, die deppen, die sich hier auch noch ueber zensur beschweren ...

Captain Smoker
20
19.8.2008, 20:29
Zensur, Zensur, schalalalalala, Zensur, Zensur, schalalalalala, ...

holzdieb
21
19.8.2008, 19:08

inderzensurabteilunghabenssicheralleeinenurkleinen.

LL MM
00
19.8.2008, 14:28

Was war mit den amerikanischen Weitspringen los?

Alle drei in der Quali jämmerlich gescheitert (Quinley mit 7,87m, Johnson mit 7,79m und Pate gleich mit 7,34m(!)). Und das in einer der Paradedisziplinen der Amis.

Bei den Trials waren sie allerdings noch weit besser. Alle über 8,20m.

brennessel
00
20.8.2008, 16:48

Möglicherweise wurden sie rechtzeitig über anstehende doping-kontrollen informiert...

Captain Jack Sparrow
517
19.8.2008, 13:27

Ui, die Standard-Zensur hat die zahlreichen sexistischen Postings gelöscht.

Frei nach dem Motto: Zensur allem, was nicht in unser links-liberales Universum passt. Und wenn es sich bloß um juvenil-blödsinnige Späßchen handelt.

Passt irgendwie zu Olympia in China... ;-)

Krampen
00
19.8.2008, 17:47

unglaublich... derweil wars wirklich amysant gestern.

sieht man mal was der standard auf die meinung seiner leser gibt.

xray -
02
20.8.2008, 17:45

lässt sich halt die Meinung seiner Leser nicht durch irgendwelche pubertierenden Sabberer verderben die keinen anderen Kanal finden um ihre Triebe abreagieren zu können. :)

Ein nitupsaR
 
20
19.8.2008, 14:49

Mein Gott, das ist wirklich lächerlich.

brennessel
02
19.8.2008, 14:44

Das sind halt die Spielregeln hier: Keine rassistischen oder sexistischen Beleidigungen. Wem es nicht paßt, kann ja woanders hingehen.
Im Krone-Forum geht das relativ problemlos soweit ich weiß.

Krampen
01
19.8.2008, 17:48

also wenn komplimente beledigungen sind, dann sind beschimpfungen ... äh was?


wenn man einer frau sagt sie sieht gut aus und hat den schönsten hintern der olympiade dann empfindet das genau "wer" als beleidigung?

Krampen
00
20.8.2008, 17:06

nein seit über 7 jahren nicht mehr aber meine freundin hat sowieso den schönsten arsch!

brennessel
01
20.8.2008, 16:51

Wenn sexistische Bemerkungen für Sie Komplimente sind, dann sind Sie vermutlich "momentan gerade" solo?
:-)

Chris Quast
00
20.8.2008, 16:54

dann müssten ja die "burkafrauen" die schönsten sein, da sieht man nichts, höhrt man nichts.

ideal !!

brennessel
01
20.8.2008, 22:04

Ok. Ich versuche es trotz mehrfacher Warnungen, es hätte doch eh keinen Sinn, mit Argumenten...
Glauben Sie nicht, dass Sie es als Mann nerven würde, wenn die Mehrheit der Postings die sie lesen, nicht die Leistung des männlichen Sportlers behandeln würden, sondern dessen "Ding in der Hose"?

maxx 77
00
21.8.2008, 14:58

Aber zwischen einer "sexistischen Beleidigung" und bewundernden Bemerkungen über Frau Isinbajewas Hintern gibts schon noch einen Unterschied.

Btw, ich kenne einige Frauen die sich etwa die Herren-Schwimmbewerbe nicht zuletzt aus "ästhetischen Gründen" anschauen (und dabei ist eher nicht der perfekte Schwimmstil eines Michael Phelps gemeint...)

holzdieb
00
21.8.2008, 19:37

aber sein gesicht auch nicht.

Bistdudeppartmiristheutheiss
01
20.8.2008, 07:42

wahrscheinlich hat die redaktion einen anderen popo-favoriten (ich wüsste allerdings nicht wer das sein sollte...)

Krampen
20
20.8.2008, 13:41

ich glaub da hat einfach jemand einen riesen a.. äh frust in der redaktion.

mangusta
32
19.8.2008, 14:30
jaja, die bevormundungsbehörde hat zugeschlagen...

Spartacus der Sklavenbefreier
 
53
19.8.2008, 14:03

Sie haben es erfaßt Captain, übertriebene Political Correctness ist eines der Übel unserer Zeit.

boa vista
04
19.8.2008, 14:40

stimmt, dagegen sind treibhauseffekt, energieknappheit, atomwaffenarsenale pakistan, nordkorea etc., die menschenrechtssituation in china, aids in afrika, todesstrafe in usa, iran usw. ja ein lercherlschas.

Chris Quast
00
20.8.2008, 16:56

bei der sprache fängt es an, bei der sprache !!

wird ihnen jeder liberale geist bestätigen

Spartacus der Sklavenbefreier
 
00
19.8.2008, 20:30

Na, wenn Sie meinen...

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 41
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.