Brain Force: Ex-Chef reduziert Anteile auf unter fünf Prozent

18. August 2008, 16:06
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UIAG, Cross und Beko halten mit 52,5 Prozent einfache Mehrheit

Die Helmut Fleischmann Privatstiftung hat ihren früheren Bestand an der börsenotierten Wiener Softwareschmiede Brain Force Aktien von mehr als 15 Prozent der Stimmrechte reduziert und hält nunmehr weniger als 5 Prozent. Das teilte der Vorstand der Brain Force Holding AG heute, Montag, mit.

Fleischmann 2007 abberufen

Brain Force-Unternehmensgründer Helmut Fleischmann wurde im September 2007 nach Diskrepanzen zwischen veröffentlichten Quartalszahlen und nachträglichen Ergänzungen als Vorstand und langjähriger Chef des Unternehmens über Nacht vom Aufsichtsrat einstimmig mit sofortiger Wirkung abberufen.

Privatstiftung verkauft

Der Vorstand der Brain Force Holding hat laut Finanzvorstand Thomas Melzer am 13. August die Meldung von der Fleischmann Privatstifung über die Anteilsveränderung erhalten, jedoch ohne genaue Angaben zum Zeitpunkt der Transaktion und ohne Angabe, um wie viele Aktien es sich bei diesem Anteilsverkauf handle, sagte Melzer. Offen bleibt damit, an wen die Fleischmann Privatstiftung verkauft hat.

BFIB hält Mehrheit

Nach dem Pflichtangebot der beiden Beteiligungsgesellschaften UIAG und Cross Industrie war, wie schon früher mitgeteilt, deren Beteiligung an Brain Force auf 46,8 Prozent gestiegen. Zusammen mit Stimmbindungsaktien hält die BF Informationstechnologie-Beteiligungs-GmbH (BFIB), eine gemeinsame Tochter von UIAG und Stefan Pierers Cross Holding, somit 52,5 Prozent der Stimmrechte und verfügt über die einfache Mehrheit an Brain Force.

Angebotsfrist verlängert

Das Interesse am Pflichtangebot von UIAG und Cross war zunächst sehr klein, worauf die Angebotsfrist um drei Monate auf 22. Juli verlängert wurde. Vor dem Pflichtangebot hielt die BFIB 24,3 Prozent an Brain Force, nach der 1. Frist (17. April) 28,48 Prozent. Nach der Fristverlängerung stieg der Anteil um 18,34 Prozent auf 46,8 Prozent. Laut Experten ist es naheliegend, dass auch Fleischmann das Pflichtangebot angenommen und seine Anteile an die BFIB verkauft hat.

Gegenseitige Klagen

Nach seiner Abberufung als Firmenchef klagte Fleischmann Brain Force auf Wiedereinstellung, wozu laut Melzer im September 2008 die erste Tagsatzung anberaumt ist. Brain Force wiederum klagte Fleischmann in Deutschland auf Schadenersatz. Hier wurde den Angaben zufolge ein Vergleich erzielt.

Unerlaubte Kontakte zwischen Vorstand und Bieter?

Fleischmann vermutete damals, dass das jetzige Management und die BFIB unter einer Decke steckten. Deshalb hatte er im Zusammenhang mit dem Pflichtangebot, das ab Überschreiten einer Beteiligung von 30 Prozent fällig ist, eine Sonderprüfung beantragt - zum einen erschien ihm der Übernahmepreis in Höhe von 2,40 Euro je Aktie zu gering, zum anderen sollte untersucht werden, ob es unerlaubte Kontakte zwischen dem Vorstand und dem Bieter gegeben hatte. (APA)

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