Probleme lösen im Schlaf funktioniert doch nicht

18. August 2008, 15:36
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Bei komplexen Aufgaben ist Nachdenken besser als ein kleines Nickerchen - Unbewusstes Denken anfälliger für willkürliche Effekte

New York - Eine Studie über den Umgang mit komplexen Problemen erregte vor zwei Jahren einiges Aufsehen: Niederländische Forscher kamen im Wissenschafts-Magazin "Science" nämlich zu dem Schluss, ein kurzes Nickerchen würde zu einer besseren Entscheidung führen. Andere Wissenschafter berichteten seitdem, dass auch aus dem Bauch gefasste Beschlüsse oft besser seien als langes Überlegen.

Kraft des Unbewussten

Zur Begründung wird auf die Kraft des Unbewussten verwiesen. Gerade bei komplizierten Sachverhalten, die für den Verstand schwer zu überblickenden seien, biete das nicht der Logik unterworfene Unbewusste Vorteile.

Eine aktuelle australische Studie verweist diese Behauptung nun ins Reich der Mythen. Die Psychologen der Universität von New South Wales ließen 71 Teilnehmer Entscheidungen zu komplexen Problemen wie dem Anmieten einer Wohnung treffen, entweder spontan aus dem Bauch, nach einem kurzen Schläfchen oder nach reiflicher Überlegung.

Keine Vorteile

"Behauptungen über die Kräfte des Unbewussten sind immer verführerisch, und die Aussage, dass wir über komplexe Entscheidungen nicht nachzudenken brauchen, klingt verlockend", schreiben sie im "Quarterly Journal of Experimental Psychology". Allerdings fanden die Forscher kaum Hinweise darauf, dass das Überschlafen oder spontane Entscheiden Vorteile im Vergleich zum Nachdenken bringen. Ganz im Gegenteil: "Unsere Daten deuten darauf hin, dass unbewusstes Denken anfälliger für willkürliche Effekte ist." (APA/red)

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    Entscheidungen im Schlaf treffen? Eine neue Studie rät davon ab.

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