Umfrage: BZÖ und FPÖ gleich glaubwürdig

18. August 2008, 15:03
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Imagevergleich Blau-Orange: WählerInnen finden laut einer Studie das BZÖ regierungsfähiger - Die FPÖ vertritt deutlichere Positionen

Wien - Die FPÖ vertritt aus der Sicht der Wähler deutlichere Positionen und ist weniger regierungsfähig als das BZÖ. Das ist eines der wesentlichsten Ergebnisse einer Umfrage des Instituts OEKONSULT unter 773 Wiener Wahlberechtigten im Zeitraum von 13. bis 17. August. Im Image-Vergleich werden die Blauen nicht nur deutlich populistischer wahrgenommen als die Orangen, sie gelten auch als eindeutiger positioniert - sowohl beim Thema EU als auch bei der Zuwanderung. Gleichauf liegen beide Parteien in Sachen Glaubwürdigkeit bzw. Authentizität.

Vermittlung der Botschaften

So werten die Umfragteilnehmer sowohl FPÖ als auch BZÖ mit rund 43 Prozent als glaubwürdig. Dabei ging es nicht um die Zustimmung zu den politischen Positionen, sondern um die überzeugende Vermittlung der jeweiligen Botschaften. Der politische Stil der beiden Konkurrenten wird deutlich unterschiedlich beurteilt: Während 85 Prozent die FPÖ als populistische Partei einstufen, tun das beim BZÖ nur 62 Prozent.

Inhaltlich verkörpern für die Befragten - wenig überraschend - beide Parteien Anti-Zuwanderungs- und EU-Politik. Die FPÖ wird dabei aber um einiges deutlicher wahrgenommen. So treten die Freiheitlichen aus der Sicht von rund 96 Prozent der Befragten gegen Ausländer auf, das BZÖ vertritt diese Linie für nur 80 Prozent. Ähnlich das Ergebnis in Sachen Europa: Für rund 84 Prozent fahren die Blauen einen Anti-EU-Kurs, dem BZÖ wird dieser von nur 67 Prozent attestiert.

Orange Regierungskompetenz

Freuen dürfen sich die Orangen über deutlich mehr Vertrauen der Bevölkerung in ihre Regierungskompetenz. Rund 59 halten das Bündnis für regierungsfähig, den Freiheitlichen trauen hingegen nur rund 37 Prozent gute Arbeit in der Regierung zu.

Keine Überraschung war für die Wähler offenbar die Rückkehr des Kärntner Landeshauptmanns Jörg Haider (B). Nur 13 Prozent der 773 befragten Wiener haben "ganz und gar nicht erwartet", dass Haider Spitzenkandidat des BZÖ wird. Rund 67 Prozent haben gar mit seinem Antreten ohnehin "mehr oder weniger sicher gerechnet". Haiders Kandidatur wird als beträchtliche Herausforderung für FPÖ-Spitzenkandidaten Heinz-Christian Strache gesehen. So glauben 72 Prozent, dass sein Antritt für Strache von erheblichem Nachteil sein wird.

Grundsätzlich rechnen die Wiener mit einem Zusammenschluss zwischen den beiden Parteien. 73 Prozent sagen, sie glauben an eine Wiedervereinigung in "absehbarer Zukunft". Beim Vergleich der beiden Großparteien schreibt man eher der ÖVP eine Anbiederung ans rechte Eck zu. Rund 54 Prozent wollen in den vergangenen Jahren in der Volkspartei eine Rechtsdrift beobachtet haben. Die SPÖ ist aus der Sicht von 48 Prozent weiter ins rechte Spektrum gerückt.

Das Ergebnis der Sonntagsfrage in Wien laut OEKONSULT in Prozent: SPÖ 39,2; ÖVP 16,04; Grüne 17,08; FPÖ 20,18; BZÖ 3,23; Andere: 4,27 Prozent. (APA)

 

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