Hasslacher Drauland kauft Kärntner Kogler

18. August 2008, 15:00
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Oberkärntner Unternehmensgruppe erweitert damit Kapazität um 330.000 Festmeter Jahreseinschnitt auf rund eine Million

Klagenfurt - Die Hasslacher Drauland Holzindustrie GmbH kauft das in Liebenfels in Mittelkärnten gelegene Sägewerk Kogler GmbH. Die Oberkärntner Unternehmensgruppe, die derzeit rund 120 Mio. Euro pro Jahr umsetzt, erweitert damit ihre Kapazität um 330.000 Festmeter Jahreseinschnitt. Die 100 Mitarbeiter in Liebenfels sollen zur Gänze übernommen werden, betonte Hasslacher-Geschäftsführer Christoph Kulterer am Montag vor Journalisten. Über den Kaufpreis für die Kogler GmbH wurde Stillschweigen vereinbart.

Steigender Wettbewerb

Der bisherige Eigentümer der Kogler GmbH, Andreas Kogler, meinte, er habe sich die Entscheidung gut überlegt: "Statt eines ruinösen Verdrängungswettbewerbes ziehen nun beide Unternehmen an einem Strang. Das ist auch im Sinne der Mitarbeiter." Kulterer will vor allem Synergien im Bereich der Rundholzlogistik und im Transport nutzen, die Kapazität im Liebenfelser Werk werde voll ausgeschöpft werden, versprach er.

Bis Ende des laufenden Wirtschaftsjahres wird die Kogler Holz GmbH ohne wesentliche administrative und operative Änderungen fortgeführt. Geschäftsführer wird Stefan Kulterer, der bei Hasslacher auch Leiter des Rundholzeinkaufes ist. Über die weitere Vorgehensweise und Zusammenführung der Betriebe wolle man in den nächsten Monaten ein gemeinsames Konzept mit den Mitarbeitern erarbeiten, wurde erklärt.

Die Kogler GmbH wurde 1916 gegründet, der Umsatz lag zuletzt bei rund 45 Mio. Euro. Mit Plänen, in der Schweiz ein Großsägewerk zu errichten, ist Kogler zuletzt gescheitert. Er hatte die Absicht, im Berner Seenland 70 Mio. Euro in einen Standort zu investieren, der rund eine Million Festmeter Einschnittkapazität aufweisen sollte. Die Bevölkerung lehnte das Projekt in einer Volksabstimmung im Frühjahr dieses Jahres jedoch ab. Andreas Kogler betreibt neben dem nun verkauften Sägewerk aber auch vier Wasserkraftwerke und zwei Forstbetriebe.

Die Hasslacher Unternehmensgruppe beschäftigt zur Zeit rund 300 Mitarbeiter, die zwei Sägewerke in Sachsenburg und Arnoldstein weisen einen Jahreseinschnitt von 650.000 Festmetern auf. Der Standort Sachsenburg und Firmenzentrale der Gruppe umfasst außerdem ein Hobelwerk, ein Leimholzwerk und zwei Biomasse-Kraftwerke. In dem Familienbetrieb werden unter anderem Schnittholz, Brettschichtholz (BSH), Duo- und Triobalken, stabverleimte Wand- und Deckenelemente und Bioenergie erzeugt. Der Exportanteil der Gruppe liegt bei 75 Prozent, wichtigste Exportmärkte sind Italien, Deutschland, Japan, Spanien und die Levante. (APA)

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