Zehntausende Muslime protestieren vor UN-Gebäude in Kaschmir

18. August 2008, 14:17
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"Tyrannen und Unterdrücker" sollen Kaschmir verlassen

Srinagar - Zehntausende Muslime haben am Montag vor dem Büro der Vereinten Nationen in Kaschmir gegen die indische Vorherrschaft protestiert. Die Demonstranten riefen "Tyrannen und Unterdrücker verlasst unser Kaschmir" und übergaben eine Petition. Bei Protestmärschen in der vergangenen Woche waren 22 muslimische Demonstranten von der Polizei erschossen worden. Dies führte zu den größten Protesten seit Ausbruch des Aufstands vor fast 20 Jahren.

Der UN-Einsatz in Kaschmir UNMOGIP ist eine der ältesten Missionen der Vereinten Nationen. Die UN-Soldaten sollen den 1949 vereinbarten Waffenstillstand zwischen dem indischen und dem pakistanischen Teil Kaschmirs überwachen.

Im indischen Teil Kaschmirs kämpfen muslimische Separatisten seit 1989 für die Unabhängigkeit oder den Anschluss der Region an Pakistan. Indien und Pakistan haben seit ihrer Unabhängigkeit drei Kriege gegeneinander geführt, zwei davon um das geteilte Kaschmir. Die beiden Atommächte nahmen Anfang 2004 Friedensgespräche auf. Zwischen beiden Ländern gilt seit Ende 2003 ein Waffenstillstand, der die muslimischen Extremisten im indischen Teil Kaschmirs aber nicht einschließt.

Als Großbritannien 1947 den Subkontinent in die Unabhängigkeit entließ und die mehrheitlich muslimisch besiedelten Gebiete den neuen Staat Pakistan bildeten, optierte der Maharadscha von Kaschmir, Hari Singh, selbst ein Sikh, für den Beitritt seines Fürstentums mit muslimischer Mehrheitsbevölkerung zur Indischen Union. Rund 60 Prozent der Fläche kamen zu Indien (1957 wurde der Unionsstaat Jammu und Kaschmir geschaffen), während der nordwestliche Teil als "Azad Kaschmir" (Freies Kaschmir) unter pakistanische Verwaltung gestellt wurde. (APA/Reuters)

 

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