Wienerberger: Analysten rechnen mit deutlichem Minus im Halbjahr

18. August 2008, 14:17
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Wien - Für die am Dienstag anstehenden Ergebnisse des heimischen Baustoffproduzenten Wienerberger zum ersten Halbjahr erwarten die Analysten heimischer Banken keine großen Überraschungen. Vielmehr werde nach dem schwachen ersten Halbjahr 2008 der Ausblick im Fokus der Investoren stehen, so die Experten der UniCredit, Erste Group und der Raiffeisen Centrobank (RCB).

Anfang Juli hatte das Unternehmen die Analysten mit einer drastischen Gewinnwarnung überrascht. Nach einem starken Umsatzwachstum von 13 Prozent im ersten Quartal hatte Wienerberger trotz eines Rekordergebnisses in Polen für das zweite Quartal ein Minus von 4 Prozent beim Gesamtumsatz vermeldet. Daraus errechnet sich für das erste Halbjahr ein kleines Umsatzplus von drei Prozent, gab Wienerberger bekannt.

Britischer Baumarkt bricht ein

Die Baubeginne in den USA waren seit Jahresbeginn deutlich stärker zurück gegangen als von Wienerberger erwartet. Zusätzlich sei der britische Wohnungsneubau seit April im Zuge der Finanzkrise eingebrochen. Aufgrund der negativen Entwicklung im zweiten Quartal hat Wienerberger für das erste Halbjahr 2008 eine Rückgang von 10 Prozent beim operativen Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) angekündigt.

Die Analysten rechnen mit keinen Überraschungen für die Halbjahreszahlen. Die Ergebnisse werden im Rahmen der Gewinnwarnung ausfallen, so die Experten einstimmig. Im Durchschnitt erwarten sie beim operativen Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) durchschnittlich 230,6 Mio. Euro und somit ein Minus von 10,1 Prozent zum ersten Halbjahr 2007. Das Betriebsergebnis (EBIT) wird mit einem Abschlag von 25,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr bei 123,7 Mio. Euro prognostiziert. Für den Nettogewinn nach Minderheiten liegt die APA-Konsensusschätzung bei 75,6 Mio. Euro und somit um über 40 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Der Fokus der Investoren liege aber eindeutig auf dem Ausblick, so die Analysten. Auch für die zweite Jahreshälfte erwarten die Experten eine Fortsetzung des negativen Trends. Vor allem bei den Hauptbelastungsfaktoren, den schwachen Märkten in den USA und Großbritannien, seien im Augenblick keine Anzeichen für eine Trendumkehr zu erkennen. Für die Analysten sei es im Augenblick sehr schwer abzuschätzen wie die erwarteten Umsatzrückgänge in der zweiten Jahreshälfte die Ergebnisse belasten werden. (APA)

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