Technologiegespräche ohne Ergebnisse der Forschungs-Evaluierung

18. August 2008, 14:15
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Verschoben aufgrund Begräbnisfeierlichkeiten für Altkanzler Sinowatz - Von 21. bis 23. August in Alpbach

Wien - Bei den diesjährigen Alpbacher Technologiegesprächen (21. bis 23. August) sollten die ersten Ergebnisse der im Vorjahr angekündigten umfassenden Evaluierung aller Bundesausgaben für die österreichische Forschungsförderung vorgestellt werden. Doch die ursprünglich für Donnerstag geplante Präsentation der unter Federführung des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) durchgeführten "Systemevaluierung" durch Infrastrukturminister Werner Faymann (SPÖ) muss aufgrund der Begräbnisfeierlichkeiten für Altbundeskanzler Fred Sinowatz (SPÖ) in Wien verschoben werden, da der Minister an diesen teilnimmt.

Das Pressegespräch über die Ergebnisse der Forschungsevaluierung werde zu einem späteren Zeitpunkt in Wien durchgeführt, teilte die veranstaltende Gesellschaft zur Förderung der Forschung (GFF) in einer Aussendung mit. Die Präsentation entfalle in Alpbach, bestätigte auch das Wifo gegenüber der APA. Statt des Ministers wird Forschungsstaatssekretärin Christa Kranzl (SPÖ) zum Thema "Forschungs- und Technologiepolitik in gesellschaftlicher Verantwortung" ein Pressegespräch geben, teilte ihr Büro auf Anfrage mit.

Nobelpreisträger als Gäste

Zum 25. Mal finden heuer im Rahmen des Europäischen Forum Alpbach die Alpbacher Technologiegespräche statt. Internationale Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik werden in Plenarveranstaltungen und Arbeitskreisen über das Thema "Wahrnehmung und Entscheidung in Wissenschaft und Technologie" diskutieren, darunter die Nobelpreisträger Peter Grünberg, Wolfgang Ketterle und Jean-Marie Lehn. Veranstalter sind die Vereinigung der Österreichischen Industrie, die Austrian Research Centers (ARC) und der ORF (Radio Österreich 1).

Teilnehmen wird auch der japanische Top-Stammzellenforscher Shinya Yamanaka von der Kyoto University, Schöpfer der "induzierten pluripotenten Stammzellen", dessen Forschungen als Pionierleistung gelten. Ethik und Fragen der Regulierung in der Wissenschaft, wissenschaftliche Politikberatung, Besonderheiten des "Wissenschaftsgeschäftes" und der "Globale Wettbewerb um globale Talente" sind weitere Schwerpunkte im Plenum.

Die "Zukunft der Wissenschaft" wird auch mit Fragen der naturwissenschaftlichen Bildung für eine technikorientierte Gesellschaft verknüpft. Technikentwicklung nach dem Vorbild der Natur wird u.a. von dem deutschen "Bionik-Pionier" Werner Nachtigall erläutert, teilten die Veranstalter in einer Aussendung mit.

Themen von insgesamt elf Arbeitskreise sind u.a. "Von der Grundlagenforschung zur ökonomischen Wertschöpfung", "Mythen der Life Sciences und ihre Konsequenzen", "Think Tanks in Österreich" und "Klimawandel - die Zukunft der Verkehrs". Weiters findet heuer bereits zum zehnten Mal auch wieder "Junior Alpbach" statt. "Bionik - Natur macht erfinderisch" ist das Thema der "Ö1 Kinderuni Alpbach".

Neue Initiative

Anlässlich des 25. "Geburtstages" der Technologiegespräche starten die Organisatoren zudem eine neue Initiative: Für 25 junge, frühere Teilnehmer im Alter zwischen 20 und 30 Jahren wird ein Stipendium in der Höhe von je 1.000 Euro für die Alpbacher Technologiegespräche 2009 ausgeschrieben. Diese "future scholars" der Technologiegespräche werden eingeladen, ihre Ideen für neue Orientierungen der Technologiegespräche zu formulieren, ihre Präsentation wird Bestandteil des Veranstaltungsprogramms im kommenden Jahr sein.

Direkt im Anschluss an die Technologiegespräche findet heuer der zum zweiten Mal im Rahmen des Europäischen Forum Alpbach veranstaltete "Universitätstag" zum Thema "Grenzgänge in der Materialwissenschaft" statt (23. bis 24. August). (APA)

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