Prozess gegen Wilhelm nach "Schwein-Sager" startet nächste Woche in Tirol

18. August 2008, 14:01
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Wilhelm wird Vergehen der üblen Nachrede vorgeworfen - Van Staat als Zeuge geladen

Innsbruck - Der Startschuss für den Prozess gegen den Publizisten Markus Wilhelm um den angeblichen "Schwein-Sager" von Ex-LH Herwig van Staa (V) fällt am 27. August in Tirol. Wilhelm wird sich wegen des Vergehens der üblen Nachrede am Landesgericht Innsbruck verantworten müssen, teilte eine Sprecher der Staatsanwaltschaft am Montag mit. Van Staa, mittlerweile Landtagspräsident, ist als Zeuge geladen.

Der am 27. August in Tirol beginnende Prozess drehe sich jetzt allein um das Vergehen der üblen Nachrede. Wilhelm soll den ehemaligen Tiroler Landeshauptmann seit dem 3. September 2007 bis heute auf seiner Website mit der Veröffentlichung des Tonband-Mitschnittes "verächtlich gemacht" haben, indem er diesen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht habe, heißt es wörtlich im Strafantrag.

Die Ermittlungen im Zusammenhang mit einer möglichen Manipulation eines Tonband-Mitschnittes des "Schwein-Sagers", den Wilhelm auf seiner Homepage www.dietiwag.at veröffentlicht hatte, wurden laut Staatsanwaltschaft im Juli eingestellt. Es seien keine ausreichenden Beweise gefunden worden, dass der Mitschnitt von Van Staas Rede, in der er den ehemaligen deutschen Außenminister Joschka Fischer als Schwein bezeichnet haben soll, manipuliert wurde.

ÖVP: Band ist manipuliert

Passiert soll das Ganze am 1. September vergangenen Jahres bei einer 125 Jahr Feier der "Breslauer Hütte" des Deutschen Alpenvereins im Ötztal sein. Die Beschimpfung soll laut der kraftwerkskritischen Website im Zuge von Kritik an mangelnder Unterstützung des Auslandes in der Transitproblematik gefallen sein. Vertreter der Tiroler ÖVP bezeichneten das Band als manipuliert, Van Staa habe "Schweigen" gesagt und zeigten Wilhelm wegen Fälschung von Beweismitteln an.

Van Staa hatte die Vorwürfe immer entschieden zurückgewiesen. Der Inhalt der behaupteten Aussage stimme überhaupt nicht mit der Rede überein. "Ich kann nur sagen, es ist ein Ausdruck, der mir fremd ist", hatte er versichert. (APA)

 

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