Einser- und Kapitänsfrage offen

18. August 2008, 13:58
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Ivanschitz spielt gegen Italien den Spielführer und Manninger beginnt zwischen den Pfosten - Endgültige Entscheidung erst vor Beginn der Quali

Andreas Ivanschitz ist der Kapitän und Alexander Manninger der Einser-Goalie der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft - allerdings nur im Testspiel am Mittwoch (20.45 Uhr/live ORF1) in Nizza gegen Italien. Wie es danach weitergeht, ließ Teamchef Karel Brückner am Montag offen. "Gegen Italien bleibt Ivanschitz Kapitän. Bei unserer nächsten Zusammenkunft (Anm.: Anfang September vor den ersten WM-Quali-Partien gegen Frankreich und Litauen) werden wir diese Frage lösen", sagte der Tscheche.

Nicht nur der künftige Träger der ÖFB-Schleife, sondern auch der langfristige Stamm-Tormann dürfte noch nicht feststehen. Erst unmittelbar vor dem ersten EURO-2008-Spiel hatte sich Jürgen Macho gegen Manninger durchgesetzt und danach ein fehlerloses Turnier gespielt, nun steht möglicherweise eine neue Goalie-Diskussion bevor. "Wir haben mit Manninger und Macho zwei sehr gute Tormänner, leider ist Macho noch verletzt. Es ist schwer für mich, jetzt zu sagen, wer die Nummer eins ist, dazu muss ich die Situation noch ein wenig kennenlernen", sagte Brückner.

Aufhauser und Korkmaz normalerweise dabei

Neben Macho muss der 68-Jährige bei seinem Debüt auf der ÖFB-Trainerbank auch auf die verletzten Ümit Korkmaz und Rene Aufhauser verzichten. "Wir haben einen starken Kader, schade, dass Aufhauser und Korkmaz fehlen. Beide gehören meiner Meinung nach zum Kader."

Ebenfalls zum Aufgebot zählt nun doch Marc Janko, der so wie Aufhauser-Ersatz Paul Scharner am Sonntag überraschend nachnominiert wurde. Die Verwunderung über den Zeitpunkt der Einberufung des Salzburg-Stürmers kann Brückner nicht verstehen. "Ich sehe ihn in guter Form. Dass er nachnominiert wurde, ist kein Problem, sondern normal. Ich mache auch manchmal erst nach dem letzten Training die Aufstellung für das Spiel."

Startelf am Matchtag um 17.00 Uhr

Die Anfangsformation für das Duell mit dem regierenden Weltmeister wird der Teamchef seinen Spielern erst am Spieltag um circa 17.00 Uhr mitteilen. Entscheidungsgrundlage sind dabei vor allem seine Eindrücke aus den drei Einheiten vor dem Anpfiff am Montagnachmittag, Dienstagabend und Mittwochvormittag. "Es ist wichtig für mich, die Spieler im Training zu sehen", betonte Brückner, nach dessen Angaben die Italiener mit einem "unangenehmen" 4-3-2-1- oder 4-3-1-2-System spielen werden. "Aber wir müssen ohnehin auf unser Spiel schauen."

Nervosität verspürt Österreichs Neo-Nationaltrainer und Hickersberger-Nachfolger vor seiner Premiere nicht. "Für mich ist es eine normale Situation, ich mache diesen Beruf schon seit 35 Jahren." Allerdings gab der Tscheche auch zu: "Am Anfang ist es schon ein bisschen schwieriger."

Sein Assistent Jan Kocian sehnte die erste Einheit schon herbei. "Der Trainer (Anm.: Brückner) hat vorher gesagt, wir hatten schon 25 Pressekonferenzen, aber noch kein einziges Training. Jetzt freuen wir uns riesig, dass es endlich losgeht."

Jede Einheit wichtig

Auch dem zweiten "Team-Trainer" Andreas Herzog war die freudige Anspannung anzumerken. "Das Italien-Spiel ist ein toller Gradmesser. Es wäre schön, wenn wir mit einem guten Resultat und einer guten Leistung in die WM-Qualifikation gehen könnten. Jetzt ist jede Stunde und jede Einheit extrem wichtig, damit der Trainer den Spielern seine Philosophie und sein taktisches Konzept vermitteln kann", sagte der ÖFB-Rekordspieler, der die späte Nominierung von Janko durch seinen Chef zu verteidigen versuchte. "Der Trainer hat von Anfang an gesagt, er will zwei Leute in der Hinterhand haben. Aufhauser hat sich verletzt, also ist nur ein Spieler zusätzlich nachnominiert worden. Vielleicht ist das bei der Kadernominierung nicht so rübergekommen." (APA)

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    Herzog und Brückner beim Small-Talk.

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